Zum Hauptinhalt springen

Staechelin-Bilder kehren nach Basel zurück

Die Werke des Staechelin-Trusts, die früher im Basler Kunstmuseum gezeigt wurden, werden künftig im Beyler-Museum gezeigt.

Das Bild von Vincent van Gogh gehört ebenfalls zum Staechelinschen Sammlungswerk.
Das Bild von Vincent van Gogh gehört ebenfalls zum Staechelinschen Sammlungswerk.
Elivis

Die Fondation Beyeler darf sich über hochkarätige Werke freuen, die bei ihr platziert werden: Der Rudolf Staechelin Family Trust will 19 Werke mit einem langfristigen Leihevertrag dem Museum in Riehen BS anvertrauen. Früher war die Sammlung im Basler Kunstmuseum gewesen.

Die Werke des Trusts stammen unter anderem von Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Ferdinand Hodler, Pablo Picasso, Edgar Degas und Auguste Renoir; deren Titel werden nicht aufgelistet. Die Staechelinschen Sammlungswerke sollen in der Fondation «periodisch» ausgestellt werden. Vorgesehen ist zudem «Unterleihe in der Schweiz oder im Ausland».

Der Leihevertrag ist auf zehn Jahre angelegt, wie bei der Fondation zu erfahren war. Diese erwartet die Ankunft der Werke im kommenden Jahr; sie sollen gemäss einer Sprecherin ab Herbst 2019 wieder öffentlich zugänglich sein.

Die Familienstiftung kündigte am Montag an, dass die Werke mit dem neuen Leihevertrag nach Basel zurückkehrten. Fondation-Direktor Sam Keller lässt sich in der Mitteilung mit der Aussage zitieren, die Bilder seien «Generationen von Baslern ans Herz gewachsen» - die Staechelin-Sammlung hat eine bewegte Vorgeschichte.

Protest-Abzug

1997 hatte die Familienstiftung 17 impressionistische Meisterwerke aus dem Kunstmuseum Basel abgezogen und nach Texas verlegt. Sie reagierte damit auf die Unterzeichnung der Unidroit-Konvention zur Bekämpfung des illegalen Handels mit Kulturgütern von 1995 durch den Bundesrat und wollte die Ratifizierung durch die Schweiz verhindern.

Jene 17 Werke der Stiftung hinterliessen eine «kaum zu schliessende Lücke im Bestand des Kunstmuseums», hatten damals die Öffentliche Kunstsammlung Basel und das Basler Erziehungsdepartement geschrieben. Die zunächst für drei Jahre angesetzte Verlegung endete 2002; dann kehrte die Sammlung vorübergehend ins Kunstmuseum Basel zurück.

Jener Basler Leihevertrag lief 2015 wieder aus. In der Folge ging die Staechelin-Sammlung zuerst nach Madrid und danach nach Washington. Seit 2017 sind die Werke jedoch nicht mehr ausgestellt, wie ein Sprecher des Trusts am Montag sagte. Sie seien in einem nicht genannten Lager versorgt.

Familien-Vermögen

Den Staechelin Family Trust nach New Yorker Recht gründete die Familie wegen Unidroit, um die Sammlung wieder in Basel zu zeigen, «ohne das Eigentum durch allfällige Schweizerische Exportverbote oder Nationalisierungen zu gefährden». Dies erklärte Ruedi Staechelin 2013 in einem Interview des Hefts der Freunde des Kunstmuseums Basel.

Der 1946 verstorbene Rudolf Staechelin war Immobilienunternehmer und trat später in den Lonza-Verwaltungsrat ein. Seine hochkarätige Kunstsammlung trug er in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts zusammen. 1931 überführte er seine Sammlung in die Familienstiftung; Teile der Sammlung wurden Museen ausgeliehen.

1967 verkaufte die Stiftung einige Werke, weil ein Familienmitglied mit einer Grossinvestition in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Damals löste öffentlichen Unmut aus, dass lange Jahre im Museum gezeigte Werke versilbert werden.

Zu Gast in Fondation

Zwei Picasso-Werke, die auch verkauft werden sollten, übernahm das Kunstmuseum Basel für 8,4 Millionen Franken, nachdem das Geld gesammelt respektive per Volksabstimmung bewilligt worden war. Dies rührte Picasso dermassen, dass der Künstler dem Museum mehrere Werke schenkte. - Die Familienstiftung indes verkaufte später weitere Werke.

Einzelne Werke der Stiftungs-Sammlung hatten inzwischen schon in der Fondation Beyeler gastiert, namentlich sieben Hodler-Gemälde bei einer grossen Ausstellung 2013 zu dessen Spätwerk. Das Communiqué vom Montag verweist denn auch auf eine langjährige Freundschaft zwischen der Stiftung und Ernst Beyeler sowie seiner Fondation. Ob für die Leihe Geld fliesst, sagte der Trust-Sprecher nicht.

SDA/cj

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch