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Räume der Macht

Das Zusammenwirken von Ästhetik und Einfluss: Der Zürcher Fotograf Luca Zanier widmet sich in seiner Bildserie «Corridors of Power» den wichtigen Schaltzentren der politischen Macht.

Farben mit symbolischer Bedeutung: Anker für die Treue zeigen die Seidentapeten an den Wänden, Weizen für die Hoffnung, Herzen für die Nächstenliebe, Gold auf Blau.
Farben mit symbolischer Bedeutung: Anker für die Treue zeigen die Seidentapeten an den Wänden, Weizen für die Hoffnung, Herzen für die Nächstenliebe, Gold auf Blau.
Luca Zanier
Bis zu 1800 Menschen können sich in diesem Saal treffen.
Bis zu 1800 Menschen können sich in diesem Saal treffen.
Luca Zanier
Unterirdischer Sitzungssaal am Zürichberg: Hier tagt das Exekutivkomitee der Fifa. Fifa-Präsident Joseph Blatter meint, das Licht im Raum müsse «von den Leuten kommen, die da drinnen sind».
Unterirdischer Sitzungssaal am Zürichberg: Hier tagt das Exekutivkomitee der Fifa. Fifa-Präsident Joseph Blatter meint, das Licht im Raum müsse «von den Leuten kommen, die da drinnen sind».
Luca Zanier
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Regierungen lenken Staaten, Verwaltungsräte Konzerne, Geschäftsleitungen Gewerkschaften. Wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Macht liegt in den Händen weniger Entscheidungsträger: Deren Beschlüsse bestimmen über einen grossen Teil der kollektiven Existenz. Die Orte, an denen entschieden wird, sind manchmal pompös und öffentlich zugänglich, manchmal unscheinbar und verborgen. Es sind diese Räume der Macht, welche der Zürcher Fotograf Luca Zanier sichtbar machen will. Sie faszinieren ihn als Symbole eines global vernetzten Systems von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Luca Zaniers Bildserie beginnt in Paris in der Zentrale der Kommunistischen Partei und dem Hauptsitz des Gewerkschaftsbundes (CGT). Die imposant gestalteten Räume stehen exemplarisch für das Zusammenwirken von Ästhetik und Macht. Obwohl der CGT-Hauptsitz in der französischen Öffentlichkeit kaum bekannt ist, wird dort über Generalstreiks entschieden, die das halbe Land lahmlegen können. Nach Paris folgten Aufnahmen am UNO-Hauptsitz in New York, und alsbald kristallisierte sich sein künstlerisches Ziel heraus: weltweit Räume der Macht zu suchen und abzubilden.

Ungewohnte Perspektiven auf scheinbar Bekanntes

Zaniers Anliegen ist es, auch unbeachteten Räumen der Macht ein Gesicht zu vermitteln. Die ausgewählten Orte sind in überraschender Weise dargestellt: Man mag Parlamentssäle aus der Perspektive der Zuschauertribüne kennen, aus dem Blickwinkel des Vorsitzenden jedoch entfaltet sich ein ganz neues Bild der Macht.

Luca Zanier ist als politischer und gesellschaftskritischer Fotograf kein Unbekannter. In seiner künstlerischen Arbeit interessiert sich der Zürcher insbesondere für den städtischen Raum und eröffnet mit seinen Bildern ungewohnte Perspektiven auf scheinbar bekannte Gegebenheiten. In der «Metropolitan»-Reihe beschäftigt sich Zanier mittels poetischer Nachtaufnahmen mit Zürich und anderen Städten. Im Projekt «50'300'000'000'000'000'000 Joule» wirft der Fotograf einen Blick hinter die Fassaden der Energiebranche und macht die Innenräume von Atomanlagen, Ölschiffen, Kohlekraftwerken oder Staudämmen sichtbar.

Derzeit arbeitet der Fotograf am Vorhaben, die grössten zivilen Luftschutzbunker der Schweiz fotografisch festzuhalten und die verborgenen Rückzugsräume einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

PD/jf

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