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Paris, Weltkulturhauptstadt der neuen Frauen

Unda Hörner stellt Fotografinnen im Paris der 20er- und 30er-Jahre in einem Band vor. Eine schöne Sammlung schöner Geschichten aus einer Zeit, als Paris noch die Weltkulturhauptstadt schlechthin war.

Klare, lichte Bilder: Djuna Barnes, 1930 fotografiert von Berenice Abbott.
Klare, lichte Bilder: Djuna Barnes, 1930 fotografiert von Berenice Abbott.
Museum of the City of New York

Als die 23-jährige Bohemienne Berenice Abbott 1921 Manhattan mit dem Reiseziel Paris verliess, da hatte sie bloss sechs Dollar und eine Empfehlung an André Gide bei sich, die ihr eine dichtende deutsche Baronesse geschrieben hatte. Rastlos und abenteuersüchtig tauschte sie Paris bald gegen Berlin, entschied sich jedoch 1924 erneut für die französische Metropole – und stand mittellos auf der Strasse. Es war Man Ray, der sie in einer Bar von Montparnasse auflas und zu seiner Assistentin in der Dunkelkammer machte. Bald fotografierte Berenice Abbott selbst: «Ich verhielt mich zur Fotografie wie eine Ente zum Wasser. Nie habe ich etwas anderes tun wollen», sagte sie später. Sie wurde mit ihren klaren, lichten, nachdenklichen Bildern als Porträtfotografin immer beliebter, und als die amerikanische Millionärin Peggy Guggenheim sich in Man Rays Atelier nicht mehr vom Chef, sondern von der Assistentin mit dem schwarzen Bubikopf ablichten lassen wollte, kam es zum Bruch zwischen Abbott und Ray. Guggenheim half ihr beim Aufbau eines eigenen Ateliers, die amerikanische Buchhändlerin Sylvia Beach verkaufte ihre Fotografien und vermittelte ihr Klienten wie die amerikanische Schriftstellerin Djuna Barnes oder den Iren James Joyce. 1927 lernte sie den 70-jährigen Pariser Fotografen und das lokale Idol der Surrealisten, Eugène Adget, kennen und verwaltete nach seinem Tod seinen ganzen Nachlass.

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