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«Lausiges, dilettantisches Produkt»

Der Kunstpreis des Kantons Solothurn konnte gestern nicht verliehen werden. Künstler René Zäch lehnte den 20'000-Franken-Preis ab, weil ihm die Einladungskarte nicht gefiel.

Es handle sich um die erste Ablehnung des Kunstpreises, sagte Cäsar Eberlin, Leiter des Amtes für Kultur und Sport des Kantons Solothurn, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Eberlin bestätigte damit einen Bericht der «Solothurner Zeitung». Der Künstler habe seine ablehnende Haltung in einem Schreiben vor rund 14 Tagen geäussert. Die Überraschung sei gross gewesen, sagte Eberlin. Alle Versuche, die Einladungskarte ins rechte Licht zu rücken, seien erfolglos geblieben.

«Ein derart lausiges, dilettantisches Produkt habe ich seit Jahren nicht mehr in den Händen gehabt», zitiert die «Solothurner Zeitung» den Künstler. Der Kanton habe es nicht geschafft, «eine diesem Anlass angemessene Drucksache herauszugeben», kritisiert Zäch. Bei der Gestaltung der Karte sei «offenbar keine Sekunde an den Preisträger und dessen Arbeit» gedacht worden. Tatsächlich zeigt die Einladung kein Kunstwerk von Zäch, sondern Skulpturen eines anderen Künstlers im Parktheater in Grenchen, wo die Preisverleihung stattfand.

Das Foto schoss der Fotograf Pete Cameron Dominikovits. Wie dieser gegenüber Redaktion Tamedia sagt, habe er vom Amt für Kultur und Sport in Solothurn den Auftrag bekommen, fünf Impressionen vom Parktheater in Grenchen zu schiessen. Mit der Gestaltung der Einladung habe er aber nichts zu tun gehabt.

Weil Zäch nicht bei der Preisverleihung erschien, muss er auf das Preisgeld von 20'000 Franken verzichten. Der Solothurner Regierungsrat entschied, das Geld anderweitig in die Kulturförderung fliessen zu lassen.

René Zäch war in seiner Laufbahn vom Kanton Solothurn unterstützt worden, unter anderem mit einem Werkjahr und einem Preis für grafisches und plastisches Gestalten. Erst 2010 widmete das Kunstmuseum Solothurn dem heute 66-Jährigen eine Ausstellung.

SDA/lsch

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