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Kopenhagener Museum streicht «Neger» in Kunstwerken

Dänemarks Staatliches Museum für Kunst hat das Wort «Neger» aus den Titeln und Beschreibungen seiner Kunstwerke entfernt. Und damit eine Diskussion entfacht.

Der Chef der Museumssammlung nahm 200'000 Werke und dere Beschriebe unter die Lupe: Das Staatliche Museum für Kunst in Kopenhagen. (Bild: facebook.com/smk)
Der Chef der Museumssammlung nahm 200'000 Werke und dere Beschriebe unter die Lupe: Das Staatliche Museum für Kunst in Kopenhagen. (Bild: facebook.com/smk)

Das Staatliche Museum für Kunst (SMK) in Kopenhagen hat das Wort «Neger» aus den Titeln und Beschreibungen seiner Kunstwerke entfernt. Dafür erntete es Kritik: Man dürfe die Sünden der Kolonialzeit - die Überheblichkeit den Afrikanern gegenüber - nicht einfach unter den Teppich kehren.

Der Chef der Museumssammlung, Peter Nørgaard Larsen, hatte bei einer Stichprobe unter den 200'000 Werken des SMK 13 Mal das Wort «Neger» und einmal «Hottentotten» gefunden. In den Beschreibungen der Kunstwerke seien diese Begriffe durch «Afrikaner» ersetzt worden, sagte eine Sprecherin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Auch bei Titeln setzte das Museum den Rotstift an. So wurde etwa aus dem Gemälde «Negerkopf» des niederländischen Hofmalers Karel van Mander III von Dänemarks König Christian IV. der «Kopf eines Afrikaners».

Dabei habe es sich aber nicht um Originaltitel gehandelt, die die Künstler selbst den Gemälden gegeben hätten, sagte die Sprecherin. Vielmehr drehe es sich um namenlose Werke, die Kunsthistoriker vor langer Zeit unter diesen Titeln registriert hätten. Damals sei die Bezeichnung «Neger» noch geläufig gewesen.

Sünden aus der Kolonialzeit nicht vergessen

«Ich will mich nicht einmischen, wie das Staatliche Museum für Kunst seine einzelnen Werke präsentiert, aber persönlich finde ich, dass Dänemark ärmer wird, wenn wir unsere Vergangenheit als Kolonialmacht vergessen», schrieb der dänische Kulturminister Bertel Haarder in einem Kommentar an die Nachrichtenagentur Ritzau.

Auch bei Museumskollegen erntete das SMK mit der nachträglichen Korrektur der Titel Kritik: «Wenn wir die Geschichte entfernen, können wir nicht aus der Geschichte lernen», sagte Erlend Høyersten, Direktor des Kunstmuseums Aros in Aarhus, der Tageszeitung «Politiken».

«Das Menschenbild, auf das wir in den alten Titeln und Beschreibungen von Kunstwerken stossen, kann etwas darüber aussagen, wo wir heute sind und wie weit wir gekommen sind.» Ähnlich äusserte sich die Vize-Direktorin des Kopenhagener Nationalmuseums, Camilla Mordhorst, in der Zeitung: «Wenn man die Geschichte korrigiert, riskiert man, die historische Tiefe zu verlieren.»

SDA

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