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«In situ»-Kunstwerk für Schultreppenhaus

Aus der Hand der Bernerin Julia Steiner stammt die Acryl-Wandmalerei, welche am 16. Dezember eingeweiht wird. Das Werk wird ein Treppenhaus des Schulhauses am Kohlenberg zieren.

Das intuitive Werk von Julia Steiner überzeugte die Jury.
Das intuitive Werk von Julia Steiner überzeugte die Jury.
Serge Hasenboehler

Im Zusammenhang mit der Sanierung der Berufsfachschule Basel wurde 2013 vom Kunstkredit Basel-Stadt, in Zusammenarbeit mit dem Hochbauamt des Bau- und Verkehrsdepartements, ein Kunst und Bau-Wettbewerb ausgeschrieben. Gesucht wurde eine ortsspezifische Intervention für den Eingangs- und Erschliessungsbereich des Schulhauses am Kohlenberg 11. Die Jury empfahl das Projekt «on the move» der Basler Künstlerin Julia Steiner. Die Wandmalerei wird am 16. Dezember 2015 eingeweiht. Dies teilte am Donnerstag die Abteilung Kultur des Basler Präsidialdepartements mit.

Im Rahmen ihrer Sanierung wurde auch die Kapazität der Berufsschule erweitert. Dies habe bauliche Massnahmen vorausgesetzt. Das Treppenhaus mit Blick auf das Steinenbachgässlein, das die unteren Stockwerke erschliesst, bot sich für ein Kunstprojekt an.

Mit Julia Steiners „on the move“ entschied sich die Jury für eine gestische Wandzeichnung und damit für ein Projekt mit offenem Ausgang, hiess es weiter. Das Konzept und die Arbeitsweise der Künstlerin sahen eine Ausarbeitung «in situ» vor, die intuitiv auf den Raum reagiert. Ohne Vorzeichnung oder Schablonen trug Julia Steiner die schwarze Acrylfarbe in unterschiedlichen Graustufen mit einem Borstenpinsel auf die Wände des Treppenhaues auf. Dabei reagierte sie mit choreographischem Elan auf die Bewegungsrichtungen, den Raum und die Lichtverhältnisse. Gezielte Aussparungen tragen genauso zur Lesbarkeit der Bewegungen bei wie dunkle Silhouetten von haptisch wirkenden Passagen.

„On the move“ setzt der berechenbaren Bewegung von Passanten auf der Treppe eine dynamische Ästhetik entgegen. Man trifft im untersten Geschoss ein pflanzlich anmutendes Dickicht an, ein Stockwerk höher einen Wirbelsturm an Lichtspuren in dunklem Gewölk, das über die Decke ausgreift. Im darüber liegenden Stockwerk kristallisieren sich spitz auslaufende Gestirne wie Flugkörper aus der schwarzweissen Textur. Dem dekorativen Reiz widerspricht die konsequente Reduktion auf Schwarz, Weiss und deren Zwischenstufen, die dem monochromen Grau des Bodens in einem flirrenden Spektrum antworten.

Julia Steiner, 1982 im Berner Büren zum Hof geboren, lebt und arbeitet in Basel. Sie arbeitet vorwiegend zeichnerisch und ortsspezifisch. Ihr Œuvre umfasst zudem Druckgrafiken und raumgreifende plastische Arbeiten. Zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland; die Künstlerin wurde 2011 mit dem Manor Kunstpreis Bern ausgezeichnet.

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