Zum Hauptinhalt springen

«In der Schweiz sind alle Tiere, alle Gegenstände vollends Kunst»

Er gehört zu den umstrittensten und zugleich erfolgreichsten Künstlern Deutschlands: Jonathan Meese. Ein wildes Interview über sein neues Buch, «Demokratiepest» und seine Mutter, mit der er noch immer wohnt.

Exzentrischer Meister, Meister der Exzentrik: Jonathan Meese vor seinem Gemälde «Die Staatsversuchung der Gebenedeiten im Erzland». (27. April 2009)
Exzentrischer Meister, Meister der Exzentrik: Jonathan Meese vor seinem Gemälde «Die Staatsversuchung der Gebenedeiten im Erzland». (27. April 2009)
Keystone
Shooting Stars der deutschen Kunstszene: Jonathan Meese mit Daniel Richter. (14. Dezember 2007)
Shooting Stars der deutschen Kunstszene: Jonathan Meese mit Daniel Richter. (14. Dezember 2007)
Keystone
Auch ein Theaterregisseur: Meese bei der Probe zu seinem Stück «De Frau» (sic!). (9. Januar 2007)
Auch ein Theaterregisseur: Meese bei der Probe zu seinem Stück «De Frau» (sic!). (9. Januar 2007)
Keystone
1 / 5

Die Stimmung zwischen der Schweiz und Deutschland war auch schon besser. Herr Meese, was sollte man tun, damit sich die gegenwärtigen Animositäten in Luft auflösen? Meese:* Die «Versachlichte Führung Kunst», als «Diktatur der Kunst» tut Not. Wenn der Mensch die «Diktatur der Kunst» als einzige Regierungsform, als «Neue Gesellschaftsordnung» annimmt, verschwinden alle geschmacksfanatischen Animositäten wie von selbst. Jedes Land muss jeder «Menschenmachtsideologie» abschwören und alle Politiker und Religionssüchtigen müssten zugunsten der «Machtergreifung Kunst» abdanken. Der Mensch muss radikalste Neutralität üben, jede «Ideologie» muss sich von selbst verbieten. Die Schweiz ist versachlichtes Fort Knox, sehr gut. Nur die «Herrschaft der Kunst» ist zukunftsfähige Macht. Die Wirtschaft, die Verwaltung, die Wissenschaft, wie überhaupt alles wird sich alsbald der «Diktatur der Kunst» versachlicht unterordnen und dann gehts ab. Kunst ist keinerlei Parteienstaat, Kunst ist versachlichter Instinkt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.