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«Die Schweiz muss sich endlich um ihre Raubkunst kümmern»

Das Kunstmuseum Bern hat entschieden: Es nimmt das Gurlitt-Erbe an. Mit welchen Folgen? Dazu Raubkunstexperte Thomas Buomberger.

Per Handschlag ein grosses Erbe angetreten: Der Präsident des Stiftungsrates des Kunstmuseums Bern, Christoph Schäublin (links), mit der Kulturbeauftragten Monika Grütters und dem bayrischen Justizminister Winfried Bausback. (24. November 2014)
Per Handschlag ein grosses Erbe angetreten: Der Präsident des Stiftungsrates des Kunstmuseums Bern, Christoph Schäublin (links), mit der Kulturbeauftragten Monika Grütters und dem bayrischen Justizminister Winfried Bausback. (24. November 2014)
Keystone
Die Entscheidung sei dem Stiftungsrat nicht einfach gefallen, erklärte Schäublin vor den Medien. (24. November)
Die Entscheidung sei dem Stiftungsrat nicht einfach gefallen, erklärte Schäublin vor den Medien. (24. November)
Keystone
Ernst Ludwig Kirchners Farbholzschnitt mit Motiv eines Mädchens: In dieser Farbigkeit war die Druckgrafik Kirchners bisher nicht bekannt.
Ernst Ludwig Kirchners Farbholzschnitt mit Motiv eines Mädchens: In dieser Farbigkeit war die Druckgrafik Kirchners bisher nicht bekannt.
Christoph Stache, AFP
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Die deutsche Kulturstaatsministerin Monika Grütters meinte, die Unterzeichnung der heutigen Vereinbarung stelle einen «Meilenstein in der Aufarbeitung der Deutschen Geschichte dar». Stimmt das?

Ich hoffe, dass sie zu einem Meilenstein werden wird. Im Prinzip hätten seit dem Abkommen von Washington 1998 alle 43 unterzeichnenden Staaten – darunter die Schweiz und Deutschland – Zeit gehabt, intensiv an der Aufarbeitung von Raubkunst in ihren Museen zu arbeiten. Viele haben das nicht getan, so auch die Schweiz. Deutschland war zwar aktiver, hat aber insgesamt auch zu wenig unternommen. Ich hoffe, dass der Fall Gurlitt Schweizer und internationalen Museen nun einen Impuls gibt, ihre Bestände endlich gründlich aufzuarbeiten.

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