Zum Hauptinhalt springen

Die Einsamkeit des Popstars

Der Musiker Moby hat einen Fotoband publiziert. Seine Bilder zeigen das Leben auf Tour zwischen schwitzender Masseneuphorie und nächtlicher Einsamkeit.

Endlose Korridore, einsame Hotelzimmer, Backstagekulissen von TV-Studios, seelenlos erleuchtete Architekturkulissen – so stellen sich Normalsterbliche das Leben als Popstar nicht vor. Genau diese ziemlich unglamouröse Wirklichkeit spiegeln die Bilder von Richard Melville Hall, besser bekannt als Moby. «Why Does My Heart Feel So Bad», so hiess sein grösster Hit aus dem Jahr 1999. Und es scheint, als habe er mit seinem eben erschienenen Fotoband eine verspätete Antwort darauf gegeben.

Rastloses Touren

Auf seinen endlosen Touren rund um die Welt drückte der Musiker immer wieder auf den Auslöser seiner Kamera und hielt sein Leben aus dem Koffer fotografisch fest. Daneben gibt es euphorische Szenen aus der Perspektive des Popstars, jubelndes und schwitzendes Publikum, vom Bühnenraum her fotografiert, der perfekte Gegenschnitt. «Destroyed», das ist nicht nur der Titel von Mobys neuem Album – es ist auch Titel und Leitmotiv des Fotobands mit eben jenen Bildern, der soeben beim italienischen Kunstbuchverlag Damiani erschienen ist.

In den letzten fünfzehn Jahren hatte Moby auf seinen rastlosen Touren um den Globus seine Kamera immer in Griffweite. Und dokumentierte seinen Alltag. Eines Tages war sein Flug von New York nach Toronto verspätet. Moby wanderte durch den La-Guardia-Flughafen und entdeckte ein Schild, das besagte: «Unattended Luggage will be destroyed». Dabei erschien jedes Wort einzeln auf der digitalen Anzeige und das Wort «Destroyed» faszinierte den Musiker. Er fotografierte es immer wieder. Das Bild gab nicht nur dem neuen Musikalbum den Namen, sondern schaffte es auch aufs Cover des Fotobands.

Künstler geben Okay

Dabei rechnete er eigentlich nicht damit, dass seine Bilder je veröffentlicht würden. Als er die Bilder an seine Künstlerfreunde schickte, heisst es im Begleittext zur Ausstellung, habe er eigentlich nicht damit gerechnet, auf besonders wohlwollendes Feedback zu stossen, sagte Moby. Er dachte, sie würden ihm schreiben: «Schau, bleib bei der Musik, das ist dein Gebiet.» Stattdessen hätten seine Freunde aber geantwortet, dass sie seine Bilder – wider Erwarten - ziemlich gut fänden. Und so begann der Musiker, seine Fotos zu sichten und für ein Buch mit gleichnamiger Ausstellung vorzubereiten, die derzeit um die Welt tourt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch