Zum Hauptinhalt springen

Der Eintagsmaler

Die realistisch gemalten Bilder von Edward B. Gordon sind eine Art gemalte Schnappschüsse. Der Berliner Künstler versteigert jeden Tag eines seiner Werke im Internet.

Die Atelieradresse führt zu einer alten Fabrik aus Backsteinen. Sie liegt direkt an der Spree, im Südosten Berlins. Der Stadtteil Köpenick ist ganz in der Nähe. Aber hier gibts nur Schornsteine, freie Asphaltflächen und eine Brücke für Güterwagen. Es riecht nach Seeluft. Ein Kormoran hockt einbeinig auf einem mehrere Meter hohen Stahlpfosten.

Das Fabriktor mit abgeblätterter, hellgrüner Farbe bleibt zu. Mit Schwung öffnet sich plötzlich die kleine Tür. Die Studiomanagerin macht eine einladende Handbewegung. Aber ist das nicht eher ein Cabaret als ein Atelier? Eine Holztreppe führt zu einem roten Samtvorhang. Linkerhand thront ein Konzertflügel. Nur der Geruch frischer Ölfarbe gibt die Gewissheit, am richtigen Ort zu sein. Die Halle geht in einen zweiten Teil über. Ein raumhohes Fenster und mehrere Staffeleien, halb fertige und fertige, grossformatige Werke darauf. Ein Schienenarbeiter in Orange schaut über die Schulter, als hätte man ihn gerufen. Der Titel des Bildes: «Der Wächter».

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.