Meisterwerke kommen unter den Hammer

Mit der Schliessung der Galerie Beyeler gelangen einige äusserst wertvolle Kunstwerke zur Versteigerung. Der Erlös soll zur langfristigen Sicherung der Fondation Beyeler eingesetzt werden.

Christoph Heim

Die Galerie Beyeler an der Bäumleingasse 9 wird geschlossen. Entsprechend dem testamentarischen Willen von Ernst und Hildy Beyeler werde die Tätigkeit nicht mehr weitergeführt, teilte die Galerie am Freitagabend mit. Ernst Beyeler starb am 25. Februar 2010 in Riehen. Viele der grossartigen Kunstwerke bleiben nicht im Besitz der Beyeler Stiftung, sondern werden durch das Auktionshaus Christie’s International am 21. und 22. Juni in London zum Verkauf angeboten.

Der Erlös kommt vollumfänglich der Beyeler Stiftung zugute. Damit soll das Grundkapital entstehen, «das wesentlich zur Deckung des Betriebsdefizits und der langfristigen Sicherung der Fondation Beyeler beiträgt», wie Claudia Neugebauer im Communiqué der Galerie Beyeler mitteilt.

Privathaus und Galerie

Die Auktion wird sowohl Werke umfassen, die im Privathaus von Ernst und Hildy Beyeler hingen, als auch Skulpturen und Bilder aus den Beständen der Galerie. Christie’s schickt eine Auswahl von Meisterwerken vor der Auktion auf Tournee, damit sich Kaufinteressenten vom Angebot ein Bild machen können. Die Werke werden bis 11. Mai bei Christie’s New York ausgestellt. Danach machen sie Station in Hongkong, Paris, Stuttgart und Düsseldorf.

Auf Tour gehen unter anderem ein spätes Seerosenbild von Claude Monet, das 150 mal 200 Zentimeter misst und dessen Schätzpreis nur auf Anfrage mitgeteilt wird. Von Pablo Picasso wird die «Buste de Françoise» (1946) gezeigt, die zu einem Schätzpreis von 10 bis 14 Millionen Franken unter den Hammer kommen soll. Von Fernand Léger ist das Bild «Le Drapeau» (1919) für 4 bis 6 Millionen Franken im Angebot.

Paul Klees «Parklandschaft» (1920), die während 50 Jahren über Beyelers Nachttisch hing, steht für 600'000 bis 900'000 Franken zum Verkauf. Giacomettis «Portrait of James Lord», das mehrere Jahrzehnte in Beyelers Privathaus hing, ist für 300'000 bis 430'000 zu haben. Paul Gauguins «Le Vallon, Tahiti» (1892) steht für 8 bis 12 Millionen Franken, Pierre-Auguste Renoirs «Nu allongé» (1902) für 6 bis 8,5 Millionen Franken und Alexander Calders «Wood Stabile» (1945), das Jahrzehnte auf dem Schreibtisch von Ernst Beyeler stand, zu 500'000 bis 650'000 Franken zum Verkauf.

Basler Zeitung

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