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«Könnte ich nicht mehr schreiben, würde ich wieder Drogen nehmen»

Herr Boyle, haben Sie den «Bicycle Day» – die Velofahrt von LSD-Erfinder Albert Hofmann – in Basel nachgestellt?

Was war der Ausgangspunkt für Ihr Buch? LSD oder Timothy Leary, der Drogenguru?

Hätte LSD wirklich diese augenöffnende Wunderdroge werden können, wenn Leary und seine Leute nicht die Kontrolle darüber verloren hätten?

Die Absichten zu Beginn waren redlich: Diese Professoren wollten etwas entdecken, um in den Geist der Menschen, der Patienten vorzudringen. Das ist nicht per se zu verurteilen, oder?

War das Leary und seinen Freunden bewusst?

«Kunst ist wie ein Affe auf der Schulter. Sie kann befreien.»

Das schreiben Sie im Buch auch. Sie zitieren sich gerade eben selber.

Es gibt am Ende des Buches eine Szene frühmorgens auf einem See. Ein starkes Naturerlebnis. Ist dies Ihre Art, dem Leser zu sagen: «Ihr braucht all dieses Drogenzeug gar nicht!»

Ich habe Sie falsch interpretiert.

Ja, das hab ich gelesen.

Weil Sie ein Ziel hatten?

Sie mögen das jetzt kitschig nennen: Aber kann nicht auch ein gutes Buch bewusstseinserweiternd wirken?

Deshalb sind Sie so produktiv.

«Wir alle sind Diener der Grossfirmen, die alles kontrollieren.»

Holen wir ein bisschen weiter aus: Warum grassiert in der amerikanischen Gesellschaft der Drogenkonsum?

Somit sind Städter empfänglicher für Drogen als Menschen auf dem Land?

Weshalb?

Hat dieselbe Zukunftslosigkeit zu Donald Trumpals Präsidenten geführt?

Was mich beschäftigt, ist der Bruch in der amerikanischen Gesellschaft. Man hört einander nicht mehr zu.

Sie? Warum?

Wie hält man diese Zweiteilung des Landes aus?

Ist Literatur eine Waffe gegen all das?