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Wahnsinn in schottischen Ruinen

Das Opernfestival Avenches bringt Donizettis «Lucia di Lammermoor» auf die Bühne des Amphitheaters. Musikalisch überzeugend, szenisch pittoresk.

«Welch schreckliche Nacht»: So singt Edgardo di Ravenswood zu Beginn des dritten Akts, während sich ein heftiges Gewitter entlädt. Doch glücklicherweise finden Blitz und Donner nur in der Musik statt – und in den Projektionen, die Alfredo Troisi auf die Aussenwand des Turmes im Hintergrund der Bühne fallen lässt. Ansonsten zeigt sich das Wetter am Premierenabend von seiner besten hochsommerlichen Seite, sodass die zauberhafte Atmosphäre des Amphitheaters in Avenches voll zur Geltung kommen kann.

In diesem sommerlichen Ambiente spielt nun also die schauerlich-schicksalsschwere Geschichte der Lucia di Lammermoor: eine Geschichte aus dem nebelverhangenen Schottland des 16. Jahrhunderts, das bei Regisseur Pier Francesco Maestrini freilich – in Übereinstimmung mit der literarischen Vorlage, Walter Scotts Roman «The Bride of Lammermoor» – zu einem Schottland des frühen 18. Jahrhunderts geworden ist.

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