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Unbekannte Mozart-Partitur in Nantes entdeckt

Ein deutscher Forscher will in einem Archiv in Nantes zwei bisher unbekannte Mozart-Partituren entdeckt haben.

Es handele sich um ein Skizzenblatt für eine Messe, die der Komponist nicht mehr vollendet habe, bestätigte Ulrich Leisinger vom Mozarteum in Salzburg. «Von der Handschrift und dem Papierbefund her gibt es keinen Zweifel an der Echtheit des Dokumentes», sagte Leisinger. «Es handelt sich um einen faszinierenden Schatz: Es ist neue Musik von Mozart.»

Die Mediathek von Nantes in Westfrankreich stiess bei Katalogisierungsarbeiten auf die Noten. Mozart schrieb sie in der Zeit nach 1787, also in seinen letzten Lebensjahren, bevor er 1791 in Wien starb. Allerdings habe er die Messe, wie sein weltberühmtes Requiem, nicht vollendet. «Es gibt nur die Entwürfe für ein Kyrie und ein Credo», sagte Leisinger, wissenschaftlicher Leiter des Mozarteums. «Aufgeführt werden kann das Stück daher nicht, aber wir können versuchen zu rekonstruieren, was Mozart plante.»

«Auf eine Tischdecke gekritzelt»

Auf den Musikstücken «von der Grösse einer Heftseite» sei die Signatur «W.A. Mozart» zu finden, berichtete die Regionalzeitung «Presse Ocean» am Donnerstag. Die Zeitung zitierte einen Musiker, der Zugang zu den Partituren hatte. «Es sieht aus, als wären sie auf eine Tischdecke gekritzelt worden», sagte er. Das erste Stück sei ein Credo in D-Dur und habe 15 Takte. Das zweite Stück sei kaum zu entschlüsseln. «Noten überall, es muss sich um einen ersten Entwurf gehandelt haben.»

Bislang sind 626 Werke Mozarts im Köchelverzeichnis aufgelistet. Ob die Fundstücke hinzugefügt werden, ist wegen ihrer Unvollständigkeit noch ungewiss. Nach Nantes gelangten sie im 19. Jahrhundert, als die Bibliothek der Stadt eine grosse Auftragssammlung erbte. Forscher vermuten, dass das Manuskript zuvor kurz im Handel war, aber dann vollständig in Vergessenheit geriet.

«Die Partiturskizze gibt wichtige Aufschlüsse über die letzten Lebensjahre Mozarts», sagte Leisinger. «Sie belegt, dass sich der Komponist sehr intensiv mit Kirchenmusik beschäftigt hat.»

AP/mcb

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