Mailänder Scala wegen Geld aus Saudiarabien in der Kritik

Opposition nennt Finanzierung «Schlag ins Gesicht in Sachen Menschenrechte». Der Leiter des Opernhauses verteidigt die Millionenpläne.

Der Leiter des Opernhauses, Alexander Pereira sagt, er sei sich der «despotischen» Natur der saudiarabischen Führung bewusst, sei aber überzeugt von der «positiven Kraft der Musik».

Der Leiter des Opernhauses, Alexander Pereira sagt, er sei sich der «despotischen» Natur der saudiarabischen Führung bewusst, sei aber überzeugt von der «positiven Kraft der Musik».

(Bild: Keystone)

Die weltberühmte Mailänder Scala hat durch ein Finanzierungs-Abkommen mit Saudiarabien am Dienstag scharfe Kritik auf sich gezogen und eine Debatte über Kultursponsoring und Menschenrechte ausgelöst. Der Leiter des traditionsreichen Opernhauses, Alexander Pereira, bestätigte in der Zeitung «La Repubblica», dass sein Haus eine Vereinbarung mit dem Kulturministerium in Riad getroffen habe. Sie sehe vor, dass die Scala fünf Jahre lang je drei Millionen Euro erhalte.

Oppositionspolitiker kritisierten die Pläne scharf und verwiesen dabei auf Menschenrechtsverletzungen durch Saudiarabien. So war der regierungskritische Journalist Jamal Khashoggi im vergangenen Oktober im Konsulat seines Landes in Istanbul ermordet worden.

«Die Vorstellung, dass die Saudis in die Scala kommen, ist ein Schlag ins Gesicht in Sachen Menschenrechte», sagte der Europaabgeordnete der Demokratischen Partei, Antonio Panzeri. Maurizio Gasparri von der Forza Italia rief die Regierung auf, «die Geschichte und Identität der Scala» zu verteidigen.

Laut Pereira kam der Kontakt über Vertraute des lombardischen Regionalpolitikers Attilio Fontana zustande, der genau wie Italiens stellvertretender Premierminister Matteo Salvini zur fremdenfeindlichen Lega-Partei gehört. Im Gegenzug für die Spende soll nach italienischen Medienberichten der saudische Kulturminister, Prinz Badr bin Abdullah, in den Aufsichtsrat der Scala aufgenommen werden.

Der Leiter des Opernhauses verteidigte die Millionenpläne. Er habe zwar «mit Grauen» vom Fall Khashoggi gehört und sei sich der «despotischen» Natur der saudiarabischen Führung bewusst, sagte Pereira. Er sei aber auch überzeugt von der «positiven Kraft der Musik».

AFP

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