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Feuriger Festspielabschluss mit Hampson und Jordan

Das Finale der Zürcher Festspiele gehörte den jungen Dirigenten: Gestern stand Philippe Jordan vor dem Orchester der Oper, am Freitag gab der Kanadier Yannick Nézet-Séguin seinen Einstand beim Tonhalle-Orchester.

Einmal mehr ein Highlight: Der junge Schweizer Dirigent Philippe Jordan. (Archivbild: Keystone)
Einmal mehr ein Highlight: Der junge Schweizer Dirigent Philippe Jordan. (Archivbild: Keystone)

Die Gebrochenheit zieht sich durch die Musik Gustav Mahlers. Auch in seinen Rückert-Liedern: Da tönt selten eine Melodie, ohne bald in Wehmut umzuschlagen. Entscheidend ist die seelische Weite, die Intensität, die ein Interpret aufbringt, um das Spektrum der von Weltschmerz vollgesaugten Lieder auszudrücken. Ein so sensibler Interpret wie Thomas Hampson weiss das, und vielleicht ist auch deshalb sein Wille zum Ausdruck grösser als dieser selbst. Hampsons Stimme hat etwas Archaisches: eine Urgewalt, die aus der Tiefe kommt. Dabei überzeugt vor allem seine natürliche Tongebung: kein Tönebasteln, kein Schummeln beim Registerwechsel stört den Fluss. Stattdessen: Strahlkraft und bühnenwirksame Gestaltung, die aus dem Vollen schöpft. Aber sein optimistisches Timbre überstrahlt Mahlers seelenzerfasernde Tonkunst. Weniger Ausdruck wäre mehr gewesen: Mahlers jenseitssüchtiger Weltschmerz wurde so von einer Patina aus Affekt und Dramatik überdeckt.

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