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Er komponiert Musik ohne Anfang und Ende

Der ukrainische Komponist Valentin Silvestrov gehört zu den Leisen seiner Zunft. Dieser Tage feiert er seinen 75. Geburtstag.

Leise und zerbrechlich scheint die Musik Valentin Silvestrovs in einem zeitlosen Raum zu schweben. Reminiszenzen an Mozart, Chopin und Mahler vermischen sich mit der Klangsensibilität eines Komponisten, der die Schule der Neuen Musik durchlaufen hat. «Ich schreibe keine neue Musik: Meine Musik ist Antwort und Echo auf Vorhandenes», so das Credo des Komponisten.

Das war nicht immer so. Der 1937 in Kiew geborene Silvestrov wurde Ende der 50er-Jahre zu einem der führenden Vertreter der «Kiewer Avantgarde», einer Gruppe, von welcher – trotz grosser Widerstände der sowjetischen Kulturkreise – wichtige innovative Impulse für die ukrainische Musik ausgingen. Die aus der Zweiten Wiener Schule um Schönberg entwickelten Materialien und Methoden zeigten sich damals auch in der Sowjetunion, etwa durch Hanns Jelineks «Anleitung zur Zwölftonkomposition» in der russischen Übersetzung. Silvestrov eignete sich diese Techniken an, behielt jedoch ein auf Expressivität zielendes Idiom bei.

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