Zum Hauptinhalt springen

Darf ein Operndirektor wie ein Manager verdienen?

Grossbritannien diskutiert im Zusammenhang mit der Spardebatte die Spitzenlöhne im Kulturbereich. Ist es richtig, wenn der Operndirektor dreimal soviel verdient wie der Premierminister?

Die Zeitung «The Telegraph» hat die Löhne der Leiter der bekanntesten subventionierten Kulturbetriebe publiziert. Demnach verdient Tony Hall, der Geschäftsführer des Londoner Royal Opera House, mit 390'000 Pfund (600'000 Franken) jährlich dreimal mehr als der britische Premierminister. Noch mehr verdient Antonio Pappano, der musikalische Leiter des Hauses, mit 630'000 Pfund (1 Million Franken).

Die Spitzengehälter im Opernbereich überragen die Löhne vergleichbarer Institutionen anderer Kulturbereiche bei weitem. Auch in der Schweiz. In Zürich erhält der Opernhaus-Direktor Alexander Pereira dank Provisionen für akquirierte Sponsorengeldern ein Jahresgehalt von geschätzten 1,2 Millionen Franken.

Mangelnde Transparenz

In Grossbritannien kommen die Opernlöhne nun unter Druck. Don Foster, Sprecher der Liberaldemokraten, fordert das Royal Opera House auf, in Zeiten massiver Kürzungen im Kulturbereich Lohnexzesse zu vermeiden. Auch der neue britische Kulturminister Ed Vaizey glaubt, dass das Lohnsystem geändert werden muss. Zudem müsse mit Blick auf öffentlich finanzierte Kulturinstitutionen Lohntransparenz geschaffen werden.

Auch in der Schweiz herrscht bezüglich Spitzenlöhnen im hochsubventionierten Opern- und Klassikbereich nur wenig Transparenz. Insbesondere über die Gagen von Gaststars – Sänger und Dirigenten – wird geschwiegen. Grosse Namen erhalten nicht selten einen fünfstelligen Betrag pro Vorstellung.

Im Vergleich zu den Opernlöhnen muten sich jene anderer weltbekannter Kulturinstitutionen in London geradezu bescheiden an: Sir Nicholas Serota, der Leiter der vier Tate Galleries, bezieht gemäss «Telegraph» ein Gehalt von 180'000 Pfund (300'000 Franken) Sir Nicholas Hytner, der künstlerische Leiter des National Theatre einen solchen von 165'000 Pfund (275'000 Franken).

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch