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Wie man Menschen erschreckt

«Die Monster AG» zeigte 2002, wie Monster aus Kinderschreien Strom gewinnen. Nun meldet sich Pixar mit der Fortsetzung «Monster University» zurück. Wieder kommen auch erwachsene Zuschauer voll auf ihre Kosten.

Es ist Pixars erstes Prequel. «Monsters University» erzählt die Vorgeschichte von Mike und Sulley, dem späteren Dream-Team in der Schreckerfabrik. Erst einmal müssen sich das kleine Einauge und das türkis-haarige Monster kennenlernen. An der Monster-Universität haben sich beide für das Fach Schreckenswissenschaften eingeschrieben.

Der mickrige Mike ist ein Nerd, der seine Nase in Bücher steckt. Was ihm an Schreck-Talent fehlt, macht er durch Fleiss und Ehrgeiz wett. Der coole Riese Sulley mit dem grossen Maul dagegen ist ein Naturtalent, aber zum Fürchten faul. Kein Wunder, dass die beiden sich zunächst nicht grün sind.

Daneben wimmelt es von einer Vielzahl gruseliger Kommilitonen: Die Echse Randy mit klappernden Gliedmassen, der behaarte Art mit seinen wendigen O-Beinen, die zweiköpfigen Brüder Terri und Terry Perry, der dicke Squishy, ein eher scheues Monster.

Zehnmal so viel Figuren

Waren es im Original-Film 40 Figuren, so fahren die Pixar-Animatoren nun über 400 schleimige, haarige, gepanzerte und kunterbunte Monster auf. Das dürfte «Monster AG«-Fans über den Verlust des kleinen Mädchens Buh hinwegtrösten, Menschenkinder spielen diesmal kaum eine Rolle.

Umso wichtiger ist die angsteinflössende Dekanin Hardscrabble, Leiterin der Fakultät für Angst und Schrecken. Vorbild für das braunrote Monster war ein giftiger Tausendfüssler aus Südamerika. Bei einem lebendigen Exemplar schauten sich die Trickzeichner jede Bewegung ab.

«Haarige» Probleme

Für seinen ersten Pixar-Spielfilm hat der 36-jährige Regisseur Dan Scanlon die beste Note verdient. Sein Handwerk lernte er zuvor als Storyboard-Künstler bei «Cars» und «Toy Story 3». Von ihm stammte die Idee, die gestandenen Schrecker Mike und Sulley einer Verjüngungskur zu unterziehen und ihre Vorgeschichte zu erzählen. «Ganz schön verzwickt! Wie macht man einen Augapfel 18 Jahre jung?», witzelte Scanlon im Interview über die jüngere Version von Einäuger Mike.

Die Animatoren speckten das rundliche Monster ein wenig ab, legten bei der giftgrünen Farbe zu und machten das Auge im Kopf grösser. Sulleys Hörner schrumpften, das digital simulierte Fell ist flauschiger, der Haarschopf ungekämmt. Im Originalfilm war er das einzige pelzige Monster mit über drei Millionen Haaren am Körper. Mit ausgetüftelter Computertechnik betrat Pixar damals Neuland.

In «Monsters University» gibt es andere «haarige» Probleme. «Nun ziehen wir Sulley Kleidungsstücke an und setzen ihm einen Rucksack auf den Pelz. Das war für die Trickfilmer eine kniffelige Aufgabe», erzählt Scanlon.

Kein Kinderkram

Die knallbunte Monsterwelt besticht nun durch warme Farben und täuschend echte Lichteffekte. Doch bei allen technischen Fortschritten ist die Story wieder einmal das Herzstück - kein Kinderkram, auch erwachsene Zuschauer kommen voll auf ihre Kosten.

So leidet man mit, als Mike und Sulley von der Uni fliegen. Man feuert das Duo an, als es im Wettstreit mit anderen Teams um seine Ehre kämpft. Und es geht ans Herz, wenn vermeintliche Loser und ängstliche Monster ihre Stärken und Grenzen erkennen.

SDA/phz

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