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So tötet der echte James Bond

Nonchalant liquidiert James Bond seine Gegenspieler – dank seiner 00-Lizenz. Doch wie und wann killen Englands Agenten im richtigen Leben?

Geburtsstunde eines 007-Agenten: In «Casino Royale» tötet James Bond zum ersten Mal.
Geburtsstunde eines 007-Agenten: In «Casino Royale» tötet James Bond zum ersten Mal.

Seit «Casino Royal» wissen wir, wie James Bond zum Killer wurde: Nach zwei eiskalt ausgeführten Aufträgen erhält er von M als junger Agent den 00-Status. Von nun an beissen die Bösewichte der Welt reihenweise ins Gras.

Soweit die Filme. Doch wie nahe an der Wirklichkeit ist dieses Szenario? Haben britische Agenten überhaupt eine Lizenz zum Töten? Licht ins Dunkel bringt der so genannte «Intelligence Services Act» aus dem Jahr 1994. Mit diesem Gesetz anerkannte England öffentlich die Existenz des Auslandgeheimdienstes «Secret Intelligence Service» (SIS) - besser bekannt als MI6.

Liquidationen im Kalten Krieg

Sektion 7 des Gesetztes besagt: Der britische Aussenminister kann Personen zu «Handlungen» im Ausland autorisieren, die nicht unter britische Rechtssprechung fallen. Einschränkungen: Die Handlungen müssen für den reibungslosen Ablauf einer SIS-Operation erforderlich sein. Ausserdem erlischt die Autorisierung innert sechs Monaten. Weiter heisst es, dass ein Agent durch einen Auftrag keine Immunität vor ausländischen Gerichten geniesst.

Es gibt ihn demnach, den echten James Bond. Allerdings sucht man die malerischen Begriffe «00» oder «Lizenz zum töten» vergebens in seinem Aufgabenprofil. Auch wurde bis heute kein MI6-Auftragsmord öffentlich bekannt gegeben. Nachweisbare Liquidationen des Geheimdienstes stammen aus dem Zweiten Weltkrieg und der Frühphase des Kalten Krieges.

Vermeintlich passiv erscheint der MI6 wohl auch, weil Eliminierungen heute in das Aufgabengebiet der britischen Armee fallen. Oder aber man engagiert dafür ausländische Partner. Gut möglich also, dass der richtige James Bond ein Amerikaner ist.

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