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Kurzfilm der Woche: Auf Schrottsuche

Er will fahren und filmen – viel mehr weiss Regisseur Jan Buchholz zu Beginn seines kurzen dokumentarischen Roadmovies «Eigenbrand» noch nicht. Und dass er einen Schrottplatz finden möchte.

Wo gehts nochmals zum Schrottplatz? Jan Buchholz’ Abschlussfilm «Eigenbrand».

«Alles, was du brauchst, ist Geld, nichts anderes, mein Junge. Geld.» Ja dann. Es ist der letzte verbliebene Cowboy aus Aki Kaurismäkis Roadmovie «Leningrad Cowboys Go America», der Filmemacher Jan Buchholz diesen Ratschlag gibt. Er will fahren und filmen – mehr weiss er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. «Ich bin kein Schreibtischtäter und erst recht kein Schreibtischfilmer», verkündet er aus dem Off, und so sucht er sich einen Fahrer für die Suche nach seinem Film, in dem ein Schrottplatz im Ruhrgebiet eine wichtige Rolle spielen soll: Sein Grossvater, ebenfalls Amateurfilmer, hatte in den 50er-Jahren einen Film über den Ort gedreht.

Die stärksten Momente entwickelt das kurze dokumentarische Roadmovie «Eigenbrand» dann, wenn sich Filmer Buchholz in seiner stellenweise etwas unbeholfen-behäbigen Selbstbespiegelung zurücknimmt und die Geschichte sich selbst finden lässt: Dort, wo sich früher der Schrott türmte, markieren nun gepützelte Einfamilienhäuschen die träge Vorstadt. «Wir feiern die ganze Nacht», johlt ein angehender Bräutigam auf dem Weg zu seinem Junggesellenabschied, die Eltern winken in der Einfahrt. Für diese Feier wird man weit aus dem verschlafenen Ort fahren müssen.

Besuche bei den Experimentalfilmern Dore O. und Werner Nekes runden «Eigenbrand» ab – aus der Reise in die Familienvergangenheit wird auch ein Blick auf die Filmgeschichte. Der Film entstand als Abschlussprojekt im Studiengang Film an der Hochschule Luzern. Buchholz’ neuer Kurzspielfilm «Spin» wird heute an der Kurzfilmnacht Bern als Vorpremiere gezeigt.

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