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«König der Charakterdarsteller» ist tot

In New York ist Charles Durning mit 89 gestorben. Für seine Darstellung eines Nazi-Obersts war er 1983 für einen Oskar nominiert. Selber war Durning während des Zweiten Weltkriegs in Kriegsgefangenschaft geraten.

Spielte alle möglichen Rollen vom Nazi-Kommandanten bis zum Papst: Darsteller Charles Durning 1984 mit seinen Schauspielerkollegen Eliott Gould und Ed Asner.
Spielte alle möglichen Rollen vom Nazi-Kommandanten bis zum Papst: Darsteller Charles Durning 1984 mit seinen Schauspielerkollegen Eliott Gould und Ed Asner.
Keystone

Nazis und der Papst zählten zu seinem Repertoire, in der Branche galt er als «König der Charakterdarsteller»: Der US-Schauspieler Charles Durning ist im Alter von 89 Jahren in New York gestorben.

Zweimal war er für den Oscar nominiert: Einmal für seine Rolle als korrupter Gouverneur in dem Film «Das schönste Freudenhaus in Texas» von 1982, und dann für seine Darstellung als Nazi-Oberst in Mel Brooks «Sein oder Nichtsein» im Jahr darauf.

Durning war «Dick Tracy»

Vielen ist er zudem an der Seite von Dustin Hoffmann als Bewunderer von «Tootsi» in Erinnerung. Durning spielte überdies in Warren Beattys «Dick Tracy». In den 90er Jahren heimste er für Erfolge im Fernsehen und am Broadway einen Golden Globe und einen Tony ein.

«Ich habe nie etwas abgelehnt und nie mit Produzenten oder Regisseuren gestritten», sagte er 2008 in einem Interview. Seine Schauspielerkarriere begann Durning auf der Bühne. Er hatte seinen künstlerischen Durchbruch mit einem Engagement beim New Yorker Shakespeare Festival. 1972 fiel er in der Rolle als Kleinstadt-Bürgermeister in dem Stück «The Champoinship Season» auf. Kurz darauf wurde er einem grösseren Kinopublikum als korrupter Polizist bekannt, der Paul Newman und Robert Redford in «Der Clou» das Leben schwer macht.

Von der Arbeit besessen

Durning räumte ein, von seiner Arbeit besessen zu sein. «Wenn ich nicht irgendwo mitspiele, bringe ich meine Frau um den Verstand», sagte er einmal ein einem Interview. «Ich gehe runter, um nach der Post zu sehen und wenn ich zurückkomme frage ich sie: Hat jemand für mich angerufen?»

Als eines von zehn Kindern 1923 in Highland Falls (US-Staat New York) geboren, gehörte er zu der erste Welle von Soldaten, die während der D-Day-Invasion von Nazi-Deutschland in der Normandie landeten. Durning geriet in Kriegsgefangenschaft und überlebte ein Massaker an Mithäftlingen. Später lehnte der hochdekorierte Veteran es ab, von seien Kriegserlebnissen zu berichten. «Da sind zu viele schlechte Erinnerungen», sagte er 1997 in einem Interview. «Ich will nicht, dass Sie mich weinen sehen.» Charles Durning soll auf dem Nationalfriedhof Arlington vor der Toren der US-Hauptstadt Washington beigesetzt werden.

dapd/mw

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