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In der Gosse

Am 71. Filmfestival Venedig stand das Kino für die einfachen Leute ein – jene, die man am Lido nirgendwo sah. Die einfältigsten Menschen kamen aus der Schweiz.

Eingesammelte Seelen und Zwangsräumungen: Andrew Garfield und Michael Shannon im Wettbewerbsfilm «99 Homes». Foto: PD
Eingesammelte Seelen und Zwangsräumungen: Andrew Garfield und Michael Shannon im Wettbewerbsfilm «99 Homes». Foto: PD

Spiderman war in Venedig, er trug einen Bart. Unpraktisch eigentlich für einen kostümierten Superhelden, stimmt schon. Aber Andrew Garfield war in einer anderen Funktion gekommen. Zunächst als Star, der einfach gerade einen Bart hat. Dann auch als Handwerker, da trug er keinen Bart, aber gute Schuhe und den Namen Dennis Nash. Im Wettbewerbsfilm «99 Homes» muss er die Häuser der Bewohner von Florida zwangsräumen, er tut es im Auftrag eines Immobilienhais. Und was war das jetzt für ein geschmeidiger Teufel im leichten Sakko, die kalt glühende E-Zigarette zwischen den Lippen? Es war natürlich Michael Shannon, der König der kontrollierten Herzlosigkeit. In «99 Homes» sammelt er Seelen ein, indem er sie aus ihren Vorstadthäusern holt. Dann gehören die Häuser nicht mehr ihnen, sondern der Bank, und die Möbel werden in den Garten geschmissen. Die Nachbarn können sie abholen, der Hai macht einigen Profit.

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