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Gestatten, Angelina Zeta-Jones

Bekannt wurde Gemma Arterton als Bond-Leiche. In ihrem neusten Film will die Engländerin zeigen, dass sie mehr kann, als atemberaubend auszusehen.

Eigentlich hat sie ein Schweizer berühmt gemacht. In Marc Forsters Bond-Film «Quantum of Solace» wurde Gemma Arterton auf einem Bett liegend mit Öl übergossen. Das Bild, eine Referenz an «Goldfinger», ging in die Bond-Geschichte ein. Das war 2008. Noch kurz zuvor war Arterton auf der Schauspielschule und arbeitete als Animatorin in einem Karaoke-Lokal. Heute weist die 24-Jährige bereits 15 Rollen auf, wobei jene der «Tamara Drewe», in der sie ab Donnertag in den Kinos zu sehen ist, ihren vorläufigen Karrierehöhepunkt darstellt.

Einem furiosen Debüt als dreiste Anführerin der Internatsschülerinnen in «Die Girls von St. Trinian» folgte besagter Bond-Einsatz als Agentin Strawberry Fields (Daniel Craig musste bei Szenen mit ihr Schuhe mit Absätzen tragen, um grösser als sie zu wirken). Als schlagkräftige Schönheit wurde sie auch in den Fantasyabenteuern «Kampf der Titanen» und «Prince of Persia» eingesetzt. Mit ein bisschen Goodwill könnte man sagen, dass Arterton mit Rollen selbstbewusster und kämpferischer junger Frauen auf sich aufmerksam macht. Doch natürlich ist auch ihr selber bewusst, dass sie Gefahr läuft, als Eyecandy verheizt und mit Ende 20 aus den Listen der Casting-Agenturen gestrichen zu werden.

Frau des Jahres

Vielleicht ist das der Grund, weshalb sie in «Tamara Drewe» zur Hochform aufläuft. In der Komödie des britischen Regie-Altmeisters Stephen Frears spielt Arterton, optisch eine Mischung aus Angelina Jolie und Catherine Zeta-Jones, die namensgebende Titelfigur. Schauplatz ist das Kaff Ewedown, wohin sich Schriftsteller zurückziehen, um an ihren Büchern zu arbeiten. Die Idylle wird gestört, als Klatschkolumnistin Tamara aus London an diesen Ort ihrer Jugend zurückkehrt, um ein Erbe anzutreten. Mit ihrer Anziehungskraft auf die Männer stellt das einstige hässliche Entlein das Dorf auf den Kopf und es kommt sogar zu Todesfällen. Freilich geizt Arterton auch in «Tamara Drewe» nicht mit ihren körperlichen Reizen. Weil Drewe die Männer auch durch ihre Herzlichkeit und Unschuld wahnsinnig werden lässt, sind jedoch durchaus schauspielerische Fähigkeiten gefragt.

Doch bleiben wir bei Artertons Kernkompezenz. Kürzlich hat «GQ» Gemma Arterton zur Frau des Jahres gewählt. Zur Preisübergabe erschien das Bond-Girl fast ohne Make-up und im kurzen schwarzen Kleid, was Mode-Journalistinnen ironischerwerweise von «schlichter Schönheit» und «Natürlichkeit» schwärmen liess (ihre Tamara Drewe ist mehrfach schönheitsoperiert). Auch ironisch: Im Film verführt Tamara Drewe Hollywood-Beaus wie Dominic Cooper, Luke Evans und Roger Allam. Wer sich von der jungen Britin auch privat Skandale erhofft, muss enttäuscht werden. Arterton heiratete diesen Sommer Stefano Catelli - einen Verkaufsleiter.

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