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Bodenständige Barbie

Elke Sommer setzte sich in Hollywood einst als blondes Gift und schwedische Krankenschwester durch. Heute malt sie - und feiert ihren 70. Geburtstag.

Die Karriere von Elke Sommer, die 1940 als Elke Schletz geboren wurde, klingt wie ein Märchen. Nach dem Abitur ging sie als Au-pair-Mädchen nach London und machte mit ihrer Gastfamilie Ferien an der italienischen Riviera. Prompt wurde die 18-jährige Strandschönheit zur «Miss Viareggio» gewählt.

Regisseur Vittorio de Sica sah ein kleines Zeitungsfoto der frischgebackenen Miss und lud sie in die Cinecittà-Studios nach Rom ein. «Und ich dachte mir: Drei Filme, und dein Studium ist bezahlt» - diesen Plan liesst die Jungschauspielerin aber fallen, als immer mehr Angebote kamen.

Blondes Gift mit Bienenkorb-Frisur

In «Das Totenschiff» mit Horst Buchholz bekam sie 1959 ihre erste deutsche Rolle. Filmmogul Artur Brauner gab ihr einen Dreijahresvertrag, und als Westerngirl Annie im Karl-May-Film «Unter Geiern» brachte sie kleine Jungs zum Träumen.

Kritikerlob gab es für das Moraldrama «Das Mädchen und der Staatsanwalt» mit Götz George. Bald klopfte Hollywood an, wo die Blondine mit der unschuldigen Aura zunächst als Westentaschen-Monroe gehandelt wurde.

Für ihren Part als schwedische Krankenschwester in ihrem ersten US-Krimi «Der Preis» mit Paul Newman heimste «Elke Summer» 1963 einen Golden Globe ein.

Ihren Durchbruch schaffte sie zwar so wenig wie andere europäische Exporte wie Ursula Andress und Melina Mercouri. Doch mit den schwarz umrandeten Katzenaugen und der hochtoupierten Bienenkorb-Frisur war sie als «blondes Gift» sehr gefragt.

Sie drehte am laufenden Band Actionstreifen und Spionagekomödien wie «Rollkommando» und die Inspektor-Clouseau-Komödie «Ein Schuss im Dunkeln». In den 70ern präsentiert sich Sommers Schaffen als Potpourri aus italienischen Horrorstreifen, US-Musicals, und deutschen Filmen wie Edgar Reitz' «Die Reise nach Wien».

Barbie wird Malerin

Wenig bekannt ist, dass die bodenständige Barbie, die wegen ihrer pflegeleichten Arbeitsweise auch «One-Take-Elke» genannt wurde, sich gerne über ihr Sexbomben-Image lustig machte und oft zu Gast in US-Talkshows und in der Muppet-Show war.

Seit Ende der 60er hat sie sich der Malerei zugewandt, und ihre Bilder werden weltweit ausgestellt. Dazu kamen 42 Bühnenauftritte, 95 Kinofilme - zuletzt 2010 in der Komödie «Das Leben ist zu lang» des Schweizers Dani Levy.

Privat fand sie nach ihrer Scheidung von Schriftsteller Joe Hyams ein spätes Glück mit dem Hotelmanager Wolf Walther. In ihre prominenten Filmpartner, neben Newman zum Beispiel Peter Sellers und James Garner, hat sie sich dagegen nie verguckt.

Heute pendelt Elke Sommer zwischen ihrer Villa in ihrer Wahlheimat Beverly Hills und ihrem Haus in Marloffstein in der fränkischen Schweiz. Stolz ist sie auf ihren Sauerbraten, ihre Hollywood-Glanzzeit vermisst sie nicht: «Als ich dort anfing, musstest du zehn Kilo Haare auf dem Kopf haben, 64 Zähne und lagenweise falsche Wimpern. Nein, ich möchte keinen Tag jünger sein.»

SDA/phz

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