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Blutiger geht es nicht

Die Neuverfilmung des Horror-Klassikers «The Evil Dead» ist nichts für empfindsame Gemüter.

Fans des Horror-Genres und Anhänger des Originals dürften sich über das Remake freuen. Es zählt zu den absoluten Gruselfilm-Klassikern, und soll nur 375'000 Dollar gekostet haben: Das Langfilm-Debüt von «Spider-Man»-Regisseur Sam Raimi «The Evil Dead» von 1981. Berüchtigt und von Fans geliebt wegen seiner Gewaltexzesse.

Nun gibt es eine Neuverfilmung der Horror-Story um fünf Freunde und deren schockierende Erlebnisse in einer einsamen Waldhütte. Ähnlich wie schon Raimi Anfang der 80er setzt auch der aus Uruguay stammende Regisseur Fede Alvarez bei seinem Remake auf viel Kunstblut und einen recht unbekannten Cast an jungen Darstellern. Raimi selbst fungiert diesmal als Produzent.

Unheilvoller Entzug

Am Anfang ist die Stimmung gut, schliesslich will das Freundesquintett nur gemeinsam ein paar Tage im Wald verbringen, in einer kleinen, zunächst fast heimelig anmutenden Hütte. Auch wenn die Drogensucht von Mia grosses Thema ist: Endlich will die junge Frau davon loskommen.

Mia aber verhält sich immer seltsamer, und dann sind da auch noch die Luke im Boden, die zum Keller führt und der schreckliche Gestank, als dessen Ursprung bald von der Decke baumelnde Katzenkadaver ausgemacht sind. Als Eric, der nerdige Typ mit der grossen Brille, auch noch ein in Stacheldraht verpacktes mysteriöses Buch öffnet, nimmt das Geschehen seinen höchst unheilvollen Verlauf.

Vorkenntnisse nicht nötig

Regisseur Alvarez verwendet einige aus der Filmvorlage «The Evil Dead» bereits bekannte Elemente: vom baufälligen Häuschen im Wald über die wackligen, unheimlichen Kamerafahrten bis hin zum legendären rätselhaften Buch, mit dem sich Dämonen wecken lassen. Das Blutbad aber entfaltet auch ohne jedwede Kenntnis der «Evil Dead»-Reihe seine Wirkung. Genretypische Streichersequenzen sowie weitere, grosses Unbehagen erzeugende Horror-Elemente tun ihr Übriges.

Unter den Darstellern sticht vor allem Jane Levy («Fun Size») heraus. Ihrer drogenabhängigen Mia ist die Angst förmlich ins Gesicht geschrieben. Dass die Figurenzeichnung insgesamt recht dünn ist, überrascht indes kaum. Man kennt das vom Original und von ähnlich gelagerten, mehr auf Blut und Schrecken denn auf glaubwürdige Charaktere setzende Horrorwerke.

«Evil Dead» von 2013 aber ist ein gelungenes Remake, das den Vergleich mit dem Original von 1981 nicht zu scheuen braucht. Das Original war trashiger, theatralischer und auf eine sehr spezielle Art auch lustiger. Die Neuauflage dagegen ist professioneller gestaltet und weniger albern - wenn man so will: ein wenig ernster. Was auch am Thema Drogensucht liegt, das in der Version von 1981 keine Rolle spielt.

Einige der Splatter-Szenen sind allerdings derart blutig und drastisch, dass man sie kaum erträgt. Wirklich empfehlenswert ist der Horror-Schocker daher nur für sehr robuste Kinogänger und ausgesprochene Fans des Genres. Diese allerdings werden ihre Freude haben an der kurzweiligen und ziemlich brutalen Neuverfilmung.

SDA/phz

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