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Bizarrer Auftritt Lars von Triers

Regisseur Lars von Trier hat sich beim Filmfestival von Venedig öffentlich zu Wort gemeldet – über das Handy eines Schauspielers. Offenbar plant er eine TV-Serie.

Interviews gibt er keine: Lars von Trier hat sich nach seinen Nazi-Sprüchen anlässlich der Premiere von «Melancholia» (2011) ein Redeverbot auferlegt. Kaum zu glauben, aber bislang hält er sich sogar daran.
Interviews gibt er keine: Lars von Trier hat sich nach seinen Nazi-Sprüchen anlässlich der Premiere von «Melancholia» (2011) ein Redeverbot auferlegt. Kaum zu glauben, aber bislang hält er sich sogar daran.
PD
Was tröpfelt denn da? Lust und Sterblichkeit liegen bei Lars von Trier nah beieinander: Die Titelheldin in «Nymphomaniac» am Sterbebett ihres Vaters.
Was tröpfelt denn da? Lust und Sterblichkeit liegen bei Lars von Trier nah beieinander: Die Titelheldin in «Nymphomaniac» am Sterbebett ihres Vaters.
PD
Auf dem Höhepunkt seiner expressionistischen Phase: Der damals 34-jährige Lars von Trier bei den Dreharbeiten zu «Europa» (1991), mit Jean-Marc Barr und Barbara Sukowa.
Auf dem Höhepunkt seiner expressionistischen Phase: Der damals 34-jährige Lars von Trier bei den Dreharbeiten zu «Europa» (1991), mit Jean-Marc Barr und Barbara Sukowa.
PD
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Seit seinem «Nazi»-Eklat 2011 beim Filmfest Cannes will Lars von Trier nicht mehr vor grossem Publikum sprechen. Ganz ohne kann der Regisseur aber auch nicht – wie sein bizarrer Auftritt in Venedig beweist.

Zur Pressekonferenz seines Films «Nymphomaniac II» war er bei den Festspielen Venedig über einen Computerbildschirm zugeschaltet und beantwortete drei Fragen per Telefon. Seine Stimme war dabei allerdings nur durch das Handy seines Hauptdarstellers Stellan Skarsgård zu hören. «Alles Masochistische im Film bin ich», übersetzte der Schauspieler zum Beispiel eine Antwort seines Regisseurs. Und: «Ich weiss alles über Frauen.» Beim Festival läuft die Langfassung von «Nymphomaniac II» um eine Sexsüchtige (Charlotte Gainsbourg) ausser Konkurrenz.

Von Trier gilt als Enfant terrible der Filmszene. Er sorgte im Jahr 2011 für einen Eklat bei den Festspielen Cannes, als er auf der Pressekonferenz vor der Premiere des Weltuntergangsdramas «Melancholia» unter anderem von seinem biologischen Vater – einem Deutschen – erzählte und dann sagte: «Ich bin ein Nazi.» Er wurde vom Festival ausgeschlossen. Von Trier entschuldigte sich später für seine Äusserungen und erklärte, er werde sich nicht mehr vor grossem Publikum äussern.

Von Triers neue TV-Serie

Nun plant von Trier eine Fernsehserie, wie seine Produzentin Louise Vesth am Montag ankündigte. «Er hat eine wirklich gute Idee», sagte sie. Worum es dabei gehen soll, verriet sie nicht. Von Trier wolle dafür jedoch ein grosses Schauspielensemble engagieren. «Es wird anders sein als alles, was Sie bisher gesehen haben und jemals sehen werden», versprach Vesth.

Oscar-Preisträgerin Frances McDormand kam, anders als von Trier, persönlich nach Venedig, wo sie mit dem «Tribute to Visionary Talent Award 2014» geehrt werden sollte. «Frauen bleibt im Kino oft nur die Nebenrolle an der Seite eines männlichen Hauptdarstellers», sagte sie. Fernsehserien seien da eine tolle Alternative.

McDormand stellte beim Filmfest ausser Konkurrenz die TV-Serie «Olive Kitteridge» vor. Sie spielt darin neben Richard Jenkins und Bill Murray nicht nur die Hauptrolle, sondern agierte unter anderem mit Tom Hanks auch als Produzentin. Die vierteilige Miniserie soll im November in den USA beim Privatsender HBO ausgestrahlt werden.

McDormand ist mit dem Regisseur Joel Coen verheiratet und spielte auch in mehreren seiner Filme mit, darunter eine Polizistin in der Krimifarce «Fargo».

SDA/phz

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