Gloria Vanderbilt im Alter von 95 Jahren gestorben

Die US-Millionenerbin war eine vielseitige Künstlerin und eine der prominentesten Figuren der High Society – mit einem turbulenten Liebesleben.

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Sie war eine Millionenerbin, eine vielseitige Künstlerin und über Jahrzehnte hinweg eine der glamourösesten Erscheinungen der High Society der USA: Nun ist Gloria Vanderbilt im Alter von 95 Jahren gestorben. Sie erlag am Montag einem Magenkrebs, wie ihr Sohn, der CNN-Starmoderator Anderson Cooper, mitteilte.

Vanderbilt war die Ururenkelin des legendären Eisenbahnmagnaten Cornelius Vanderbilt. Im Laufe ihres wechselhaften Lebens betätigte sie sich als Model, Schauspielerin, Malerin, Designerin und Schriftstellerin.

Cooper beschrieb seine Mutter als «aussergewöhnliche Frau, die das Leben liebte und es zu ihren eigenen Bedingungen lebte». Die ihr nahe stehenden Menschen könnten berichten, dass sie trotz ihres hohen Alters die «jüngste ihnen bekannte Person» gewesen sei - und die «coolste und modernste».

Jeans mit Schwanen-Logo

Vanderbilt war eine Frau mit vielseitigen Begabungen. Sie stand als Schauspielerin auf der Bühne und spielte im Fernsehen. Sie war eine anerkannte bildende Künstlerin, die malte und zeichnete und Installationen herstellte. Auch war sie eine erfolgreiche Modedesignerin - bekannt wurden vor allem ihre Jeans mit dem Schwanen-Logo. Und sie schrieb Gedichte, Romane, Bücher über Kunst wie Wohnkultur sowie natürlich ihre Memoiren.

Vanderbilt sorgte aber nicht zuletzt durch ihr turbulentes Liebesleben immer wieder für Schlagzeilen. Sie war vier mal verheiratet, darunter mit dem Hollywoodregisseur Sidney Lumet. Vanderbilt war eine umschwärmte Frau und hatte prominente Liebhaber wie Frank Sinatra, Gene Kelly und Marlon Brando.

Der Schriftsteller Truman Capote, der zu ihrer Entourage gehörte, soll von Vanderbilt zu der Figur der Holly Golightly in seiner Erzählung «Frühstück bei Tiffany» inspiriert worden sein - eine Figur, die in der berühmten Filmversion von Audrey Hepburn verkörpert wurde.

In Paris wurde sie von einer Kinderfrau grossgezogen, während die Mutter sich dem Partyleben widmete.

Vanderbilt wurde 1924 in New York geboren und wuchs in Frankreich auf. Ihr Vater Reginald Claypoole Vanderbilt starb an den Folgen exzessiven Alkoholkonsums, als sie gerade einmal anderthalb Jahre alt war. Das Kleinkind erbte ein Millionenvermögen in Form eines Treuhandfonds, der zunächst von ihrer Mutter Gloria Morgan verwaltet wurde.

Mit ihrer Mutter zog Vanderbilt nach Paris. Dort wurde sie von einer Kinderfrau grossgezogen, während die Mutter sich dem Partyleben widmete. Um das Sorgerecht für das Mädchen entstand dann ein von grossem Medienspektakel begleiteter Rechtsstreit, in dem sich ihre Tante Gertrude Vanderbilt Whitney – die Gründerin des New Yorker Whitney Museum of American Art – durchsetzte.

Erste Ehe mit 17 Jahren

Mit nur 17 Jahren schloss Vanderbilt dann ihre erste Ehe. Von dem Hollywoodagenten und -produzenten Pasquale DiCicco liess sie sich aber bereits nach vier Jahren wieder scheiden. Sie heiratete kurz danach den Dirigenten Leopold Stokowski, der 42 Jahre älter war als sie und mit dem sie zwei Söhne hatte. Auch von Stokowski und danach von dem Regisseur Lumet wurde sie geschieden.

Mit ihrem vierten und letzter Ehemann, dem Schriftsteller Wyatt Cooper, hatte Vanderbilt zwei weitere Söhne. Cooper starb 1978 während einer Herzoperation. Zehn Jahre danach erlebte Vanderbilt einen weiteren schweren Schicksalsschlag, als sich ihr Sohn Carter Cooper im Alter von 23 Jahren vor ihren Augen vom Balkon der New Yorker Wohnung in den Tod stürzte.

«Ich glaube, dass man nur dann, wenn man einmal das Leben als Tragödie akzeptiert hat, wirklich zu leben anfangen kann ... und, oh, wie ich gelebt habe!» schrieb Vanderbilt im vergangenen Februar zu ihrem 95. Geburtstag im Internetdienst Instagram.

anf/AFP

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