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5300 Franken für ein Baby

Valerie Gudenus hat einen Dokumentarfilm über Leihmutterschaft gedreht. «Ma Na Sapna – A Mother’s Dream» erzählt die Geschichte von sechs Frauen in Indiens grösster Fertilisationsklinik.

Nisha, eine 30-jährige Inderin, sitzt im Schneidersitz auf dem Bett und bestickt eine kleine Decke. Sie sagt: «Das ist für mein Auftragspaar. So können sie allen erzählen, dass ihre Leihmutter das für sie gemacht hat.» Nisha ist im siebten Monat schwanger. Nicht mit ihrem eigenen Kind, sondern mit einem, das im Reagenzglas gezeugt und ihr in den Unterleib gepflanzt wurde. 5300 Franken kriegt sie dafür und das Auftragspaar ein leibliches Baby – in Indien ein legales, lukratives Geschäft, trotz globalem Stigma. Zahlen werden offiziell keine erhoben, über Gefühle, psychologische und gesellschaftliche Folgen spricht niemand. Befürworter sehen in der Leihmutterschaft eine Win-win-Situation: Ein zeugungsunfähiges Paar erfüllt sich den Traum vom Kind, und die Leihmutter kann sich mit dem Lohn ein Haus kaufen oder ihre eigenen Kinder zur Schule schicken. Gegner werfen die Frage auf, ob der Kinderwunsch im Namen der Machbarkeit über allem stehen darf.

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