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Heil dir, Cleopatra

Katy Perry blendet 15'000 Fans im Hallenstadion mit viel Laserlicht und mythischen Kostümen. Und ja, Barbie kann auch authentisch.

Wumms! Mit einem Knall öffnet sich die Pyramide, und Katy Perry entsteigt der rauchenden Hydraulikkonstruktion, als wärs ein eben gelandetes UFO. Muskulöse Krieger fuchteln mit irre gefährlichen Neonspeeren, Katys Glitzerröckchen leuchtet wie ein Glühwürmchen, die Bässe pumpen martialisch. So beginnt das zweistündige Kostüm- und Laserspektakel des 30-jährigen US-Popstars, das keine Zweifel offenlässt, warum die Sängerin aus Kalifornien auf jeder gut sortierten Teenage-Playlist steht: Ihre Prismatic-World-Tour ist ein bonbonbuntes Wunderland an Märchen, Mythen und Metamorphosen. Keine zehn Minuten später versinkt sie ein erstes Mal im Bühnenboden. Und hat ihren Megahit «Roar» verpulvert, ohne dass nur ein einziges Instrument betätigt worden wäre.

Die Musik spielt die zweite Geige, doch der rasante Bilderbogen aus «Cats»-Musical, «Stargate»-Computergame und Kindergeburtstag ist phasenweise atemberaubend. Kaum ist Katy Perry in der Versenkung verschwunden, explodiert die Pyramide zu Sternenstaub, Galaxien fliegen einem um die Ohren, und als eine Peitschen schwingende Cleopatra aus der Gruft steigt, vermutet man am Geschrei des Publikums: Die Figur mit der altägyptischen Helmfrisur muss Katy Perry sein! Ein goldenes Theaterross tänzelt um sie herum, Mumien flitzen über die Leinwand, und schon turnt die Sängerin an einem Kristall hoch, der an der Decke hängt. Da singt sie ihren Einstandshit von 2008, «I Kissed a Girl», in einer knallharten Rockversion. Die zitronengelbe Gitarre des jetzt im Einsatz stehenden Gitarristen speit Feuer.

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