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Frisch muss es sein – wie im Restaurant

Kleines Budget und fixe Deadline tun Plattenaufnahmen gut. Wer mit einem Popsong fast religiöse Inbrunst erzeugen will, muss die Möglichkeiten der Technologie reduzieren. Eine Anleitung.

Brian Eno: «Von all der Musik, die ich für mich alleine mache, schneide ich am Schluss die Hälfte weg.»
Brian Eno: «Von all der Musik, die ich für mich alleine mache, schneide ich am Schluss die Hälfte weg.»
Alexander Demianchuk, November 2010, Reuters

Die meiste Musik, die mich bewegt, ist religiösen Ursprungs. Ich glaube, das rührt daher, dass sich diese Leute völlig ihrer Sache hingeben. Sie sind nicht da, um sich selber zu präsentieren, sondern um etwas zu empfangen. Sie öffnen sich komplett, sind aufnahmefähig, vertrauensvoll, verletzlich.

Klar, man könnte sich auf den Pfad von Jesus begeben, um in diesen Zustand zu gelangen. Aber ich glaube, man kann ihn auch anders erreichen. Bei mir geht es über das Singen im Chor. Meine Stimme verträgt sich gut mit anderen. Ich singe bei fast allen Künstlern, mit denen ich zusammenarbeite, im Hintergrund. Kürzlich war ich auf drei Bühnen auf drei Kontinenten gleichzeitig zu hören, obwohl ich zu Hause sass: U2, Coldplay und James Blake spielten meine Stimme in ihren Konzerten ab Band. Bei mir ist es also das Singen, das mich öffnet – obwohl ich vor 30 Jahren aufgehört habe, singen für cool zu halten. Aber es kann auch das Spielen auf einer rostigen alten Bluesgitarre sein. Nur, dass man diesen Zustand am Computer erreicht, habe ich, ehrlich gesagt, noch nie erlebt.

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