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ZDF feuert Elke Heidenreich

«Von mir aus schmeisst mich doch raus», sagte Elke Heidenreich nach dem TV-Eklat um Marcel Reich-Ranicki. Das ZDF nimmt sie beim Wort und beendet die Zusammenarbeit per sofort.

Die beiden im Oktober und Dezember noch geplanten Ausgaben der Literatursendung «Lesen!» würden nicht mehr produziert. Heidenreich hatte ihren Sender angegriffen, nachdem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises am 11. Oktober den Ehrenpreis für sein Lebenswerk abgelehnt hatte.

«Mit ihren Äusserungen in der «FAZ» und in der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» hat Frau Heidenreich die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen und das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt», sagte Programmdirektor Thomas Bellut.

Das Vertrauensverhältnis zwischen dem ZDF und Heidenreich sei dadurch so nachhaltig zerstört, dass «eine gedeihliche und sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich» sei.

Heidenreich vs. ZDF

Heidenreich hatte über die Verleihung des Ehrenpreises an Reich-Ranicki geschrieben: «Ich dachte, was für eine Zumutung diese armselige, grottendumme Veranstaltung für ihn sein müsse.» Die nominierten Filme und Serien seien in der Mehrzahl «jämmerlich».

«Man schämt sich, in so einem Sender überhaupt noch zu arbeiten. Von mir aus schmeisst mich jetzt raus, ich bin des Kampfes eh müde.» Sie entschuldige sich «stellvertretend für alle Leidenden an diesen Zuständen bei Reich-Ranicki für diesen unwürdigen Abend».

Heidenreich vs. Gottschalk

Fernsehpreis-Moderator Thomas Gottschalk hatte eine Einladung zur «Lesen!»-Sendung am 5. Dezember bereits abgesagt, nachdem Heidenreich ihn in der Illustrierten «Bunte» so kritisiert hatte: «Ich finde nicht, dass er nach all diesen Jahren noch ein guter Moderator ist.» Gottschalk sei ein «müder alter Mann».

Daraufhin nahm Reich-Ranicki Gottschalk, dem er noch am Fernsehpreis-Abend das «Du» angeboten hatte, in Schutz. «Thomas als dumm hinzustellen ist eine Unverschämtheit. Elke hat sich miserabel benommen. Sie hat noch intrigiert. Sie wollte, dass man Thomas meine Laudatio wegnimmt, um sie selbst zu halten», sagte er.

Das ZDF teilte mit, dass es auch nach dem Abschied von Heidenreich eine Literatursendung im ZDF geben werde. An einem Nachfolgekonzept für 2009 werde gearbeitet. Anstelle der geplanten «Lesen!»-Sendungen wird das Kulturmagazin «Aspekte» ausgestrahlt.

SDA/rb

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