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Sind Sie fahrtauglich?

Eine neue Doku-Soap filmt Fahrschüler auf dem Weg zur Autoprüfung. Würden Sie bestehen?

«Ich hätte mehr Respekt, bei Ihnen auf dem Beifahrersitz zu fahren, als im Fahrschulauto neben meinem allerschlechtesten Schüler», sagt Gianni Sebestin und meint das nicht persönlich. Er ist einer der beiden Fahrlehrer der neuen Doku-Soap «Die Fahrschüler», die ab heute Freitag ab 19.55 Uhr auf Sat 1 Schweiz zu sehen ist. Darin werden vier Anfänger auf ihrem Weg zur Autoprüfung begleitet, regelmässiges Motorabwürgen und Kupplungshüpfen inklusive.

Auto fahren lernen wegen Elektrosmog im ÖV

Während man den Fahrschülern mal in die angsterfüllten Augen schauen kann oder sie auf eine Kollision zufahren sieht, sodass man auf dem Sofa mal kurz eine imaginäre Vollbremsung einlegt, drängt sich die Frage auf, warum man freiwillig sein Leben in die Hände von Fahrschülern geben kann, die kaum die Bremse von der Kupplung unterscheiden können und zuerst die Lesebrille aufsetzen müssen, um die Hupe zu finden. «Ich habe ja auch auf meiner Seite alle Pedale und kann notfalls das Lenkrad ergreifen», erklärt Sebestin seelenruhig. Die Fahrschüler meinten vielleicht, sie hätten die Kontrolle über das Fahrzeug, «aber im Grunde bin ich es, der den ganzen Tag fährt, zumindest gedanklich.» Auch Sonja Willi, die zweite Fahrlehrerin der Soap hat «noch nie Angst gehabt».

Die älteste Fahrschülerin in der Soap ist 55-jährig. Sie will aufs Auto umsteigen, weil sie den Elektrosmog und die Klimaanlagen im ÖV umgehen will. Die zweite Frau ist Mitte 20 und wollte sich bislang den anderen Verkehrsteilnehmern nicht zumuten. Die beiden anderen Kandidaten sind Männer: einer 18-jährig, der andere bleibt in der ersten Folge noch ein Phantom, weil er nicht zu seiner Fahrstunde erscheint. Alle tragen beim Fahren einen Pulsmesser, dessen Anzeige bei brenzligen Situationen eingeblendet wird. Das verstärkt wahlweise das Mitleiden oder die Schadenfreude beim Zuschauen.

Rekordhalter brauchte 250 Fahrstunden

Zu unseren eigenen Fahrstunden hat sich viel verändert. Nicht nur, dass Fahrsituationen auch mal am Tablet erklärt werden oder dass die Fahrschüler nach der Prüfung eine dreijährige Probezeit bestehen müssen, auch manche Regeln sind neu. Beim Schalten einen Gang überspringen sei heute erlaubt, genau wie das Übergreifen am Steuerrad. «Früher kriegte man dafür vom Fahrlehrer noch eins mit dem Stäckli auf den Finger», erzählt Sonja Willi, die seit fünf Jahren als Fahrlehrerin tätig ist. Dafür sind heute beispielsweise Flip-Flops beim Fahren verboten, ein Schuh müsse hinten einen Riemen haben. Und was ist mit barfuss fahren? «Das ist gesetzlich erlaubt, aber nicht empfehlenswert.»

25 bis 40 Stunden beim Fahrlehrer und 50 bis 100 Stunden privates Fahren sind durchschnittlich nötig, bis die Fahrschüler bereit für die Prüfung sind. Laut Willi sind Männer meistens schneller bereit für die Prüfung, weil sie die Fahrausbildung oft mit mehr Vorkenntnissen beginnen als Frauen. Sebestinis Rekordhalter in Sachen Fahrstunden war jedoch ein 66-jähriger Mann. «Er schaffte seine Prüfung nach 250 Fahrstunden, am allerletzten Tag, bevor sein Lernfahrausweis abgelaufen wäre.» Je nach Kanton betragen die Durchfallquoten bis zu 40 Prozent. Die grössten Problemzonen der Fahrschüler: Vortrittsregeln, korrektes Einspuren, vorausschauend fahren. Dazu der verflixte Schleifpunkt mit der Kupplung. Wie die vier Show-Fahrschüler das alles im Griff haben und wer am Ende den Führerausweis erhält, kann nun bei «Die Fahrschüler» verfolgt werden. Zur Vorbereitung empfiehlt sich das obige Quiz.

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