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Was die provinzielle SF-Wetterkarte über die Schweiz sagt

Dass SF auf der Wetterkarte kleine Orte abbildet, hiesige Metropolen aber schnöde auslässt, stösst bei Redaktion Tamedia-Lesern auf Zustimmung. Und die leidenschaftlich geführte Debatte zeigt: Der Stadt-Land-Graben hat den Röstigraben abgelöst.

Zürich, Basel und Bern kommen nicht vor, dafür Mogelsberg, Trimmis und Buus. Die Idee des Schweizer Fernsehens, auf den Wetterkarten kleine Ortschaften abzubilden, findet bei den Kommentarschreibern von Redaktion Tamedia mehrheitlich Anklang. «Witzig, kreativ und mal was anderes!», findet ein Leser. Ein anderer meint schlicht: «Mir gefällts. Punkt.» Tatsächlich sorgt die Karte mit den täglich wechselnden Ortsnamen für Abwechslung. Eine Leserin schreibt wohl stellvertretend für viele andere: «Ich warte jeden Abend gespannt, wann wohl unser Wohnort auf der Karte steht.»

Kleine Gemeinden anstelle der urbanen Zentren zu zeigen, dies passt zum Zeitgeist – zumindest beim Schweizer Fernsehen. Sendungen wie «SF bi de Lüt», die das Landleben abbilden, erhalten beste Sendeplätze, und erst kürzlich beschwerte sich eine SRG-Programmkommission, dass die städtisch-urbanen Gebiete in der Sendung «Schweiz aktuell» vernachlässigt würden. SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten begründet den Hang zu ländlichen Themen folgendermassen: «Auch Städter verbinden das Landleben oft mit Ferien, also Erholung. Am Abend, nach einem anstrengenden Tag, entspannen sie sich deshalb mit einer Sendung, die eine intakte Landschaft und sympathische Landleute zeigt, besser, als wenn wir eine Sendung mitten im Stau vor dem Gubristtunnel produzieren.» Die Kommentarschreiber geben Amgarten recht. Die Meteo-Karte wird mehrfach als «charmant» oder «sympathisch» umschrieben.

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