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TV-Kritik: «Pausenzeiten? Gibt es nicht»

Günter Wallraff wallraffte gestern mal wieder und knöpfte sich einen Versandriesen vor. Aufs Neue zeigte sich sein grosses persönliches Dilemma.

Umtriebig: Günter Wallraff bei einer seiner Buchpräsentationen. (Aufnahme vom 14. Oktober 2009)
Umtriebig: Günter Wallraff bei einer seiner Buchpräsentationen. (Aufnahme vom 14. Oktober 2009)
Keystone
Agitator: Wallraff mit dem Gewerkschafter Frank Bsirske. (9. März 2010)
Agitator: Wallraff mit dem Gewerkschafter Frank Bsirske. (9. März 2010)
Reuters
Auf vielen publizistischen Kanälen aktiv: Wallraff präsentiert zwei seiner Arbeiten. (30. November 2008)
Auf vielen publizistischen Kanälen aktiv: Wallraff präsentiert zwei seiner Arbeiten. (30. November 2008)
Keystone
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Es war wohl eine reine Zweckehe, die Wallraff und RTL verband. Vielleicht wollten ihm ARD und ZDF nicht die gewünschte Plattform bieten. Vielleicht gings ums schnöde Geld, vielleicht auch um verletzte Eitelkeiten. Wallraffs im Vorfeld abgegebene Erklärung seiner ungewöhnlichen Senderwahl vermochte jedenfalls nicht vollends zu überzeugen («jüngere Menschen ansprechen; Menschen, die meine Arbeitsbedingungen geteilt haben...»). Dass die abgebrühten Privat-TV-Bosse dem Alt-Linken aus moralischer Überzeugung die Hand reichten, ist ebenfalls kaum anzunehmen. Sie witterten wohl vielmehr eine Knüllerquote, und sie heizten die Stimmung gekonnt mit Clips und Trailern an; das öffentliche Rätselraten darum, welche Firma am Mittwochabend nun genau gewallrafft werden sollte, konnte ihnen nur recht sein.

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