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TV-Kritik: Lahme Sozialromantik

Ein Berliner «Tatort» vor hübscher Kulisse, in dem die Kleingewerbler gegen die Grossfinanz ausgespielt werden. Leider entwickelt sich daraus ein reichlich sentimentaler Kriminalfall.

Berlin, wie könnte man es nicht lieben. Die Hinterhofkneipen, die Alleen, die Plätze, die Kleingewerbler, der Dialekt. Aber auch das grossstädtische Flair, die Bürotürme, die Strassenszenen. Und inmitten dieser hübschen Kulisse ermittelten Kommissar Ritter (Dominik Raake) und Kollege Stark (Boris Aljinovic) im gestrigen «Tatort».

Der Fall: Taxiunternehmer Herbert Klemke wurde in einer Blutlache mit einem Loch im Kopf tot an seinem Schreibtisch aufgefunden. Kleinunternehmer Klemke hatte mit allen möglichen Leuten Streit. Sie geben ein schönes Sammelsurium jener typischen Berliner Existenzen her, die sich so gut für «Tatort»-Folklore eignen: die kluge Tochter Dagmar (Nicolette Krebitz), die verstockte Sekretärin, der türkische Taxiunternehmer von der Konkurrenz, die verdächtige Bankberaterin und die Untermieter, das Geschwisterpaar Ziska und Pitt, das in einem seiner Mietshäuser einen Feinkostladen betreibt.

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