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TV-Kritik: «Irgendwann muss man ihn sterben lassen»

Gestern wurde im «Club» der Fall Rappaz verhandelt. Während SVP-Freysinger und SP-Jost einem politischen Grabenkampf erlagen, lieferte Rechtsprofessorin Brigitte Tag eine erhellende Analyse.

Philippe Zweifel

Die Positionen sind so klar wie widersprüchlich. Der streitbare Hanfbauer verweigert weiterhin feste Nahrung. Es stellt sich die Frage, ob er zwangsernährt werden soll oder nicht. Das Bundesgericht und der Kanton Wallis sagen Ja, die Ärzte im Berner Inselspital wollen den Willen des Patienten berücksichtigen. Und dieser sagt Nein, wie eine Einspielung eines aktuellen Statements von Rappaz’ Anwalt bestätigte: Bei einer Zwangsernährung würde er «einen anderen Weg» finden, sich umzubringen.

Was auch immer jemanden in den Hungerstreik treibt – im Streik selbst tritt das jeweilige Anliegen in den Hintergrund. Was zählt, ist die Geste selbst, die zur Schau getragene Bereitschaft, sich selbst auszulöschen. Und so beschäftigte Rappaz' Delikt höchstens die beiden Walliser Politiker in der Runde. «Rappaz ist kein Schwerverbrecher, sondern ein ‹sturer Wallisergrind›», so Beat Jost, Co-Präsident der SP Oberwallis. Man müsse deshalb «Augenmass und Vernunft» walten lassen. Jost sprach sich also für den von Rappaz geforderten Hafturlaub aus. Auch weil der Bauer stets Wort gehalten habe und eine negative Beurteilung seines Begnadigungsgesuchs akzeptieren würde.

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