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TV-Kritik: Hier die Alt-Linke, dort die junge Karrierefrau

Im gestrigen «Tatort» erhoffte sich der ermittelnde Kommissar einen flotten Dreier – und bekam es mit etwas ganz anderem zu tun.

Auch «Tatort»-Polizisten stürzen ab und zu ab – statt in Bierlachen erwachen sie aber in Blut. So geschehen gestern bei Kommissar Stedefreund, der nach einer durchzechten Nacht mit seinem ehemaligen Polizisten-Buddy Peer eine weitere böse Überraschung erlebte: Peer war spurlos verschwunden. Das Letzte, woran sich der verkaterte Polizist erinnern konnte, war eine junge Afrikanerin, die sie abends aus einer Kneipe abgeschleppt hatten.

Hört sich wie ein «Tatort» im Rotlichtmilieu an, war aber eine der politischsten Folgen der Krimireihe. Der Bremer-«Tatort» hatte die illegale Einwanderung von Afrika nach Europa zum Thema. Mit einem dramaturgischen Trick brach man das globale Thema auf die regionale Ebene: Eine in Bremerhaven stationierte Besatzung der Wasserschutzpolizei war im Mittelmeer für die europäische Grenzschutzagentur Frontex unterwegs. Bei dem Einsatz starb das Kind jener Afrikanerin, mit der Stedefreund und Peer einen flotten Dreier im Sinn hatten. Daraus wurde also nichts, im Gegenteil. Als Racheengel machte sich die Afrikanerin Amali daran, die Mörder ihres Kindes zur Rechenschaft zu ziehen.

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