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Teuflische Ähnlichkeit

Der Satan in der amerikanischen TV-Serie «Die Bibel» gleicht Barack Obama – in den Augen einiger Zuschauer. Die Produzenten bestreiten dies.

Der Teufel ...
Der Teufel ...
History Channel
... und der Präsident
... und der Präsident
Keystone
Showtalente mit biblischer Botschaft: Hinter der TV-Serie «Die Bibel» steht das Produzentenpaar Mark Burnett und Roma Downey.
Showtalente mit biblischer Botschaft: Hinter der TV-Serie «Die Bibel» steht das Produzentenpaar Mark Burnett und Roma Downey.
Keystone
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Barack Obama hat einen zweifelhaften Doppelgänger: den Teufel in der amerikanischen TV-Serie «Die Bibel» auf History Channel. Als Erster hat der konservative Fernsehmoderator Glenn Beck die verdächtige Ähnlichkeit festgestellt. Er twitterte: «Findet sonst noch jemand, dass der Teufel in «Die Bibel» genauso aussieht wie dieser Typ?» Mit «dieser Typ» meint Beck Präsident Obama, den er in seiner eigenen TV-Sendung wiederholt als Kommunisten im Weissen Haus bezeichnet hatte. Beck blieb nicht der Einzige, auch andere Zuschauer sahen plötzlich Gemeinsamkeiten zwischen den Gesichtszügen Obamas und des Schauspielers Mohamed Mehdi Ouzaani in der Rolle von Satan: das lange Gesicht, die prominenten Ohren, die Form der Augenbrauen – «mit der Ausnahme, dass Beelzebub noch schneller gealtert ist als Obama», schreibt die «Los Angeles Times».

Ist die Ähnlichkeit ein politisches Statement? Das hätten sich – angesichts der Popularität der TV-Serie unter konservativen Christen und der Unpopularität Obamas in derselben Bevölkerungsgruppe – viele Zuschauer gefragt, berichtet die Zeitung. Doch die Produzenten bestreiten eine gewollte Ähnlichkeit zwischen Teufel und Obama entschieden. In einer Mitteilung des Fernsehsenders heisst es: «History Channel hat höchsten Respekt für Präsident Obama.» Es sei unglücklich, dass jemand diese falsche Verbindung hergestellt hätte.

«Das ist völliger Unsinn»

In der «Los Angeles Times» wird das Produzentenpaar Roma Downey und Mark Burnett noch deutlicher: «Das ist völliger Unsinn.» Der marokkanische Schauspieler Mehdi Ouzaani hätte schon in verschiedenen Bibelfilmen mitgespielt und den Teufel verkörpert, lange bevor Barack Obama zum Präsidenten gewählt wurde. Gegenüber TMZ sagte Burnett gar, der Teufel selbst hätte die falsche Ähnlichkeit zwischen Obama und Satan geschaffen. Produzentin Downey betonte, dem Präsidenten und Mitchristen nichts als «Respekt und Liebe» entgegenzubringen. Mark Burnett ist allerdings auch der Produzent der Fernsehshows von Sarah Palin und Donald Trump.

Burnetts und Downeys Bibel-Serie ist ein Projekt mit einer «positiven Botschaft». Die Produzenten wollen zeigen, dass das meistdebattierte Buch aller Zeiten «die absolute Wahrheit» ist. Den Zuschauern scheint die mit Spezialeffekten angereicherte Serie zu gefallen: «Die Bibel» erreichte bisher Einschaltquoten von über zehn Millionen. Ausser der vermeintlichen Ähnlichkeit von Satan und Barack Obama gibt es aber noch weitere Kritikpunkte: die vorwiegend weissen Schauspieler und die Betonung der Gewalt, mit welcher bereits Mel Gibsons Passionsverfilmung von 2004 aufgefallen ist.

Bei Castings dürften amerikanische Produzenten in Zukunft vorsichtiger sein und die Schauspieler genau auf eventuelle Ähnlichkeiten mit Präsidenten überprüfen. Bereits letztes Jahr mussten sich Filmproduzenten in den USA entschuldigen. In der Fantasy-Serie «Game of Thrones» von HBO war im Hintergrund der Kopf des früheren Präsidenten George W. Bush zu sehen, aufgespiesst auf eine Stange.

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