Telebasel und seine verschwundenen Wetterfeen

Adela Smajic war wie vom Erdboden verschluckt und ist in Thailand wieder aufgetaucht.

Sucht den Mann fürs Leben. Wetterfee Adela Smajic (25).

Sucht den Mann fürs Leben. Wetterfee Adela Smajic (25).

(Bild: zvg)

Serkan Abrecht

Telebasels Wetterfeen scheinen immer wieder mal unter dubiosen Umständen zu verschwinden. Schon Ende 2006 schien seine Wetterfee wie vom Erdboden verschluckt, bis die Staatsanwaltschaft Baselland bekannt machte, dass sie verhaftet worden war. Sie hatte mit einem Hammer und mit einer Raclette-Platte auf die Grossmutter ihres Ex-Freundes eingeschlagen und sie dann erdrosselt. Die Wetterfee wurde wegen Mordes angeklagt und letztlich vom Gericht wegen vorsätzlicher Tötung verurteilt.

Beim Sender war man schockiert. «Niemand hält diese Tat für möglich. Sie war eine der sensibelsten und freundlichsten Mitarbeiterinnen», sagte Chefredaktor Willy Surbeck. Nun, elf Jahre später, vermisste der Regionalsender wieder seine Wetterfee. Wie das Berner Newsportal Nau vergangene Woche berichtete, befindet sich Adela Smajic (25), Tochter von FCB-Legende Admir Smajic, zurzeit in Thailand.

Dort soll sie als die neue Bachelorette für den Privatsender 3+ unter 22 Singlemännern die Liebe ihres Lebens aussuchen.

Kaum war die Nachricht aus Bern bekannt, stürzte sich die nationale Boulevardpresse auf den Fall. Der Blick machte seine Seite gleich mit den freizügigen Instagram-Bildern der Baslerin auf. 20 Minuten berichtete über das Jetset-Leben der jungen Wetterfee («von Mykonos nach Sansibar») und über ihr Problem mit «Dickpics», Handybildern von männlichen Geschlechtsteilen, die man(n) ihr via Social Media zusenden würde. Auch bazonline berichtete über die Wetterfee. Nur Telebasel gab sich ratlos. «Unsere Adela als neue Bachelorette?», fragte der Sender. Man schien von nichts zu wissen. Ob dieser Ratlosigkeit konnten sich einige Journalisten ihre Häme nicht verkneifen. «Telebasel weiss nicht, wo seine Mitarbeiter sind», titelte die TagesWoche.

Füdli-Reise

Doch man muss den Regionalsender hier auch ein wenig in Schutz nehmen. Wetterfee Smajic, in der Männerwelt unter anderem beliebt wegen ihrer üppigen Silikonoberweite, ist eine pfiffige Frau. Damit die hiesigen Boulevardjournalisten ihr nicht auf die Schliche kommen, hat sie eine falsche Fährte gelegt.

Ihren Fans auf den sozialen Netzwerken machte sie vor, dass sie Basel in Richtung Belgrad verlassen habe, um sich ihren Po künstlich vergrössern zu lassen. «Füdli-Reisli nach Serbien», schrieb Nau. Mittlerweile freut sich auch Telebasel über den Rummel um seine Wetterfee und fasst genüsslich alle Artikel über Smajic auf seiner Website zusammen. Fast, als hätte man mit dem ganzen Brimborium gerechnet.

Wie die BaZ zwischen lila Vogue-Zigaretten und Daiquiris mitbekommen hat (auch wir können Boulevard), gab es zwischen den Geschäftsleitungen von Telebasel und 3+ eine Verschwiegenheitsvereinbarung über Adela Smajics Auftritt in Thailand – jedenfalls bis gestern.

Dann lüftete der Privatsender das «Geheimnis» und machte Smajics Auftritt als Bachelorette offiziell bekannt. Nichts mit Po-Implantaten. Die Boulevardpresse kürte sie bereits zur «bekanntesten Frau der Schweiz». Ob sie weiter als Wetterfee bei Telebasel bleibt, scheint unwahrscheinlich. Man darf jedoch darauf gespannt sein, unter welchen Umständen die nächste Wetterfee verschwinden wird.

Basler Zeitung

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