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Stillstand im Schnee

Wer hat Dreck am Stecken im Dorf? Und im Tal? Redaktion Tamedia bespricht die neue SRF-Krimiserie «Wilder». Heute: Folge 4, «Spur».

Die Dinge klären sich auf. Aber für Manfred Kägi (Marcus Signer) und ganz besonders Rosa Wilder (Sarah Spale) wirds happig.
Die Dinge klären sich auf. Aber für Manfred Kägi (Marcus Signer) und ganz besonders Rosa Wilder (Sarah Spale) wirds happig.
SRF
Rückblende in die Tatnacht: Künstler Armon Todt (Christian Kohlund) und Spekulantentochter Amina (Amira el Sayed).
Rückblende in die Tatnacht: Künstler Armon Todt (Christian Kohlund) und Spekulantentochter Amina (Amira el Sayed).
SRF
Konkurrenz aus dem eigenen Haus für den «Bestatter»: Jetzt zeigt SRF jeweils am Dienstag um 20.05 Uhr die neue hauseigene Serie «Wilder».
Konkurrenz aus dem eigenen Haus für den «Bestatter»: Jetzt zeigt SRF jeweils am Dienstag um 20.05 Uhr die neue hauseigene Serie «Wilder».
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Sex, Messerattacke, Geheimdokumente – zum Schluss der neuen «Wilder»-Episode überstürzten sich die Ereignisse. Das furiose Finale konnte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass dies die bisher lahmste Folge der Krimiserie war. Und zwar, weil die Polizei einen Verdächtigen ins Visier nahm, der zum Bösewicht nicht richtig taugte.

Es ging um den braven Hotelier Martin Rindlisbacher (Philippe Graber), dessen Malheur in den vorherigen Folgen bereits aufgebaut worden war: Er erhielt verdächtige Pakete und bastelte versteckt in der unterirdischen Garage an seinem Auto herum. Nicht mal seine Frau durfte hinter den Vorhang schauen, der sein Tun verbarg. Jetzt aber wissen wir: Er beseitigte Spuren, weil er die Spekulantentochter Amina tatsächlich überfahren hatte. Ohne Absicht.

Der Unfall war eine arge Drehbuchkonstruktion: Ausgerechnet als Amina hilfeschreiend auf der Strasse stand, erhielt er eine SMS. Und tatsächlich, beim Versuch, diese während der nächtlichen Fahrt zu lesen, fiel ihm das Mobiltelefon zu Boden. Ausgerechnet jetzt bückte er sich sogleich, in voller Fahrt, und... Päng.

Hotelier Rindlisbacher (Philippe Graber) versucht, mithilfe seiner Frau Sophie (Emanuelle Reymond) Spuren zu verwischen.

Rosa Wilder und der eigentlich suspendierte Manfred Kägi verbrachten viel Zeit mit Aspekten dieses Falles: Der Hotelier wollte sich eigentlich stellen, seine schwangere Frau hielt ihn davon ab, beide erzählten der Polizei falsche Geschichten. Aber die unterhalb der Unfallstelle gefundenen Glasscherben lügen nicht: Die Dorfpolizistin überführte ihn schliesslich als Fahrer – liess ihn dann aber wieder laufen, weil «Bern» ein Machtwort sprach und alle Ermittlungen stoppte.

Bundesanwältin präsentiert einen genehmen Täter

Auch sonst war eher Stillstand. Amina erwachte zwar kurz aus dem Koma, hatte aber gleich eine Panikattacke und wurde von den Ärzten wieder ins Stummsein befördert. Wilder und Kägi stapften erneut durch den Schnee, aber ausser einem ruinierten Paar Schuhe für den Bundespolizisten gab das wenig Resultate. Und eben, die Bundesanwältin schloss die Akte und präsentierte mit dem arabischen Leibwächter einen Täter sowie ein Szenario, das allen Beteiligten Vorteile verschaffen sollte. Politik, eben.

Klar kann das nicht alles gewesen sein. Darum dieser Energieanfall am Ende der Folge: Rosa Wilder und der Bauunternehmer Daniel Räber, die schon vorher angebandelt hatten, kamen zur Sache, wurden beim Sex aber – na ja – von seiner Mama und seiner Ehefrau beobachtet. Letztere übergab aus Wut der Polizei einen Schenkungsvertrag, dessen Brisanz wir noch nicht absehen können. Und der Kochlehrling Jakob ritzte mit dem Küchenmesser den Arm des Dorfzaren, der schon lange ein seltsames Interesse an dem jungen Mann zeigte (und nein, da geht es mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht um Sex).

Ist einer dieser beiden der Täter? Oder jemand, mit dem wir bisher überhaupt nicht gerechnet haben? Noch ist alles offen. Aber der Endspurt ist angezogen, es bleiben nur noch zwei Folgen.

Schönster berndeutscher Satz:

«Nume nid grüble, gäll» (Sagt die Polizistin, die natürlich ständig grübelt)

Die grosse Politik im kleinen Bergdorf:

Alle Bergler sind froh, dass ein Ausländer als Täter präsentiert wird. Denn so gilt wohl weiterhin im Dorf (siehe oben): «Nume nid grüble.»

Bitte nicht!

Nochmals: Keine Handy-im–dümmsten-Moment-fallen-lassen-Zufälle mehr.

Wie persönlich wird es für die Polizistin?

Jetzt ist klar: Das Kind, das die Polizistin einst erwartete, stammt vom Mordopfer. Und die Eltern zwangen die damals 15-Jährige, es abzutreiben.

Noch ein Detail:

Einmal seilt sich die Polizistin effektvoll über eine Mauer am Strassenrand ab. Sieht gut aus, aber wir TV-Ermittler fragen uns natürlich: Gibt es keinen einfacheren Weg da runter? Wo hat sie plötzlich die Ausrüstung her? Zieht Bundespolizist Kägi sie anschliessend wieder rauf?

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