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SF zensuriert Beitrag über Zensur

Mit grossen roten Balken wies ein «10vor10»-Beitrag gestern darauf hin, dass sich die Berner Museen bei «Lust und Laster»-Ausstellung selbst zensurierten. Um dann – ganz diskret – selbst Zensur auszuüben.

Diskret abgedeckt: Verschwommene Geschlechtsteile rechts im Gemälde von George Grosz während eines Interviews mit einem Museumsbesucher.
Diskret abgedeckt: Verschwommene Geschlechtsteile rechts im Gemälde von George Grosz während eines Interviews mit einem Museumsbesucher.
Screenshot SF

Drei Werke in der Ausstellung «Lust und Laster – Die 7 Todsünden» waren dem Direktor des Kunstmuseums Bern, Matthias Frehner zu krass. Schon vor der Eröffnung entfernte er die expliziten Sex-Darstellungen aus den Ausstellungsräumen. Es ist nicht das erste Mal, dass Frehner Selbstzensur ausübt. Vor einigen Jahren entfernte er nach Protesten aus der China-Ausstellung einen eingelegten Fötus.

Dem SF-Nachrichtenmagazin «10vor10» war die Rücknahme der drei Bilder gestern einen Beitrag wert. Mit roten Balken und der Inschrift «ZURÜCKGEZOGEN» machten sie auf die Zensur aufmerksam.

Fauxpas

Im Beitrag kam zum Ausdruck, dass die Mehrheit der Besucher die Rücknahme der umstrittenen Bilder bedauert, einige der befragte Museumsgänger fanden das Vorgehen der Direktion gar grundsätzlich falsch. Umso seltsamer dann die Situation, als plötzlich das Schweizer Fernsehen ebenfalls – ganz diskret, ohne es anzusprechen – ein Bild zensurierte und Geschlechtsteile in einem Werk von George Grosz (1893–1959) unkenntlich machte.

Der Zensur im Beitrag über Zensur liegt wohl ein einfacher Fauxpas zugrunde: Der Kameramann hat schlicht nicht aufgepasst, was bei dem Interview im Hintergrund noch alles zu sehen ist.

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