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Reich-Ranicki poltert weiter gegen TV: «Kompletter Dreck»

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki teilt erneut kräftig gegen das Fernsehen aus. In einem Vortrag redet er sich in Rage: «Clowns, Unsinn, Blödsinn, Dreck».

Kurz nach der Aufzeichnung der Diskussion mit Thomas Gottschalk hielt der 88-jährige Marcel Reich-Ranicki einen Vortrag vor Mitarbeitern der «BHF»-Bank in Baden-Baden. Dort sagte er gemäss der Boulevardzeitung «Bild»: «Ich komme gerade aus Wiesbaden, wo ein Gespräch mit Thomas Gottschalk und mir aufgenommen wurde. Ein Gespräch im Zusammenhang mit der Preisverleihung, wo ich den Ehrenpreis bekommen sollte. Aber wofür? Ich hätte gleich sehen können, dass hier Mumpitz gemacht wird. Dass es eine Frechheit ist, sich so zu benehmen.»

Reich-Ranickis Rede wird schärfer: «Es wurden bei der Verleihung Ausschnitte geboten mit irgendwelchen Clowns, irgendwelchem Unsinn, Blödsinn, Dreck, kompletter Dreck! So was wird gesendet jeden Tag. Ich dachte mir, was mach ich hier. Schliesslich kam ich dran, weil ich gesagt habe, ich geh jetzt weg. Nein, nein, sagte der Intendant, um Gottes willen, machen Sie uns keinen Skandal.»

Attacke auf Fernsehdirektorin

Dann geht Reich-Ranicki auf die Fernsehdirektoren los: «Man muss glauben, manche Intendanten senden ganz bewusst Miserables. Sie meinen, dass das Publikum das Schlechte haben will. Als wäre das Publikum eine Ansammlung von Idioten. Es ist unbegreiflich, wie schlecht dieses Programm ist. Und wenn es besser ist, ist es auch nicht gut. Ernste Stoffe werden versaut und kaputt gemacht von Regisseuren.»

Reich-Ranicki weiter: «Nachher hiess es, dass ich bei der Verleihung viel Mut gezeigt habe. Was heisst denn Mut gezeigt? Man hat den Eindruck, heute regiert in Deutschland die Gestapo. Gehört Mut dazu, zu sagen, dass man das deutsche Fernsehen für schlecht hält? Ich habe Beifall bekommen für Banalitäten.» Über sein TV-Gespräch mit Thomas Gottschalk sagt er: »Wir glauben, es ist denkbar, ein besseres Programm zu machen. Ob da was draus wird oder ob wir immer wieder denselben Dreck sehen müssen – ich weiss es nicht.»

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