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Private Wetterfrösche sind auf «Sensationsmessungen» aus

Nicht nur das Wetter spielt verrückt. Auch die Wetterfrösche versuchen, sich mit der Vorhersage meteorologischer Kapriolen gegenseitig zu überbieten. Auf der Strecke bleibt da ab und zu die Relevanz.

Krieg der Wetterfrösche: Meteo Schweiz und private Meteorologen kämpfen um die genauste Vorhersage.
Krieg der Wetterfrösche: Meteo Schweiz und private Meteorologen kämpfen um die genauste Vorhersage.
Keystone

Der Föhnsturm, der über die Schweiz fegte, hat sich gelegt. Doch der Kampf der Wetterfrösche um die mediale Aufmerksamkeit geht weiter: So mass der private Dienst Meteomedia von Jörg Kachelmann gestern die höchste Windgeschwindigkeit: Mit 252 Kilometern pro Stunde blies der Sturm auf dem Lauberhorn. Die Meteorologen des Staatsdiensts Meteo Schweiz konnten diesem Topwert nur 145 Kilometer pro Stunde entgegenhalten, die ihre Messgeräte in Les Diablerets anzeigten.

Keine Freude an Wettmessen

Markus Furger, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Meteorologie, kann diesem Wettmessen der privaten Wetterfrösche nicht viel abgewinnen: «Mit Sensationsmessungen gewinnt man sicher viele Leser und Zuschauer. Aussagekräftig sind diese Werte jedoch nur bedingt, da sie sehr lokal gemessen sind.» Zwar hat Meteo Schweiz laut dem Physiker nur die Daten von 120 automatischen Stationen zur Verfügung, während Meteomedia 219 Wetterstationen betreibt, doch könne der staatliche Wetterdienst für seine Prognosen auf «die besten Vorhersagemodelle und jahrzehntelange Datenreihen» zurückgreifen.

Jörg Kachelmann weist die Vorwürfe von Furger zurück. «Wir messen jeden Tag einen Rekord, weil wir mehr Messstationen betreiben als Meteo Schweiz. Das ist eine rein rechnerische Sache.» Er betont zudem, dass das schönste Prognose-Computermodell nichts nütze, wenn man nicht vor Ort Messungen vornehme. Gerade das Wetter auf dem Lauberhorn zeige das: Laut Kachelmann kann es in der ganzen Schweiz windstill sein, doch auf dem Lauberhorn blase der Guggiföhn alles weg.

Kampf wird weitergehen

Trotz seiner Kritik begrüsst Markus Furger, dass es in der Schweiz auch private Wetterdienste gibt. «Diese können flexibler auf die Bedürfnisse des Marktes reagieren.» Meteo Schweiz dagegen müsse einen staatlichen Auftrag erfüllen und zum Beispiel den Flugwetterdienst gewährleisten sowie Klimadaten erfassen. Er glaubt darum, dass der Kampf der Wetterfrösche weitergehen wird. «Bei jeder Fehlprognose der Konkurrenz wird man versuchen, diese in einem schlechten Licht darzustellen.»

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