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Maurer-Interview: SF entschuldigt sich

Die Unterstellungen gegen Ueli Maurer in der Sendung «10vor10» sind den SF-Chefs nicht recht: Nun rügt Chefredaktor Ueli Haldimann den verantwortlichen Journalisten in seinem Weblog.

«Das kleine Gespräch, entstanden im Gedränge vor dem Sitzungs-Saal der SVP in Oberbuchsiten, ist missglückt», schreibt Ueli Haldimann. Er muss sich furchtbar aufgeregt haben über die Fragen von SF-Bundeshausredaktor Hans Bärenbold. Dem 55-Jährigen Journalisten las der Chefredaktor am Freitagmorgen die Leviten. Danach hatte sich der fehlbare Journalist umgehend bei Maurer zu entschuldigen. Ihm taten es Haldimann und auch Fernsehdirektorin Ingrid Deltenre im Verlauf des Tages nach. Ein seltener Bückling des Schweizer Fernsehens, wie selbst Ueli Maurer im «Sonntagsblick» staunte.

Das kurze Interview liess aber nicht nur SVP-Politikern die Galle hochkommen, es löste auch beim TV-Publikum Kopfschütteln aus. Haldimann: «Bei den Zuschauern, die sich zahlreich meldeten, entstand durch die Art und den Ton der Befragung der Eindruck eines unflätigen Verhaltens.» Was offensichtlich war: Bärenbold war von Beginn des Gesprächs darauf aus, seine Gesprächspartner mit gezielten Provokationen aus der Reserve zu locken: «Ueli Maurer, ist es nicht demütigend, mit einem Zwei am Rücken an den Start zu gehen?», frotzelte er zu Beginn des Interviews. Nach Dafürhalten Haldimanns der erste Missgriff: Denn Maurer und Blocher hätten danach «zugemacht und auf Abwehr» geschaltet.

Lästig sein, aber nicht im Ton

Das Fass zum Überlaufen brachte Bärenbold gegen Ende des Gesprächs: «Und Ihre Dossiers, landen die dann immer auf dem Tisch von Christoph Blocher?», fragte der Bundeshausredaktor. Maurer gab zurück, dass nur dem Schweizer Fernsehen solch dumme Fragen in den Sinn kommen würden. Haldimann gibt Maurer recht: «Hier unterstellte der Befrager dem Bundesratskandidaten ein gesetzwidriges Verhalten». Der SF-Mann schreibt, er habe nichts gegen harte Fragen: Man wolle den Politikern lästig fallen – «aber nicht im Ton», sondern mit «unbequemen, fakten-unterlegten Fragen.»

Muss Bärenbold nach seinem Faux-Pas Konsequenzen fürchten: Wird er intern sanktioniert? Auf Anfrage von Redaktion Tamediahält sich Haldimann bedeckt: «Der Inhalt meiner Gespräche mit Mitarbeitenden ist nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.»

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