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«Dumme deutsche Tricks»

Die «New York Times» zerreisst «Wetten, dass...?» in der Luft. Und findet, dass die Deutschen sich schwertun mit qualitativ hochwertigem Fernsehen.

Irritiert, aber auch gerührt: Denzel Washington bei «Wetten, dass...?».
Irritiert, aber auch gerührt: Denzel Washington bei «Wetten, dass...?».
Uli Deck, Keystone
Was sollen diese grosse Hosen? Denzel Washington scheint von Komiker Ralf Schmitz eher irritiert, wie auch...
Was sollen diese grosse Hosen? Denzel Washington scheint von Komiker Ralf Schmitz eher irritiert, wie auch...
Uli Deck, Keystone
Dafür gabs nachher ein Gläschen Sekt mit Moderator Markus Lanz.
Dafür gabs nachher ein Gläschen Sekt mit Moderator Markus Lanz.
Uli Deck, Keystone
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«Ich fand das Altmodische des Konzepts sehr rührend», sagte der US-Schauspieler Denzel Washington letzte Woche in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung». Er bezog sich dabei nicht etwa auf eine Kindersendung aus früheren Zeiten, sondern auf die laut Wikipedia «erfolgreichste Show Europas», «Wetten, dass...?». Nicholas Kulish, Deutschland-Korrespondent der «New York Times» (NYT), findet die Show weniger anrührend als vielmehr peinlich, was er in seiner Kritik zur Januar-Show unmissverständlich klarmacht.

Der Beitrag mit dem Titel «Dumme deutsche Tricks neigen sich im TV ihrem Ende zu» («Stupid German Tricks, Wearing Thin on TV») wirft die Frage auf, warum sich gerade die Deutschen mit ihrer langen und erfolgreichen Theater-, Literatur- und Filmtradition so schwertun mit qualitativ hochwertigem Fernsehen. Schliesslich werde die deutsche TV-Landschaft bevölkert von Realityshows, in denen vor allem Models und Hobbymusiker die Hauptrolle spielen. Um diese Frage zu beantworten, müsste man laut Kulish allerdings eine umfassende Selbstanalyse machen. Dass «Wetten, dass...?» zu seinen besten Zeiten 23 Millionen Zuschauer erreichte, sei «fast unvorstellbar».

Dem Ex-Moderator Thomas Gottschalk schreibt Kulish Ähnlichkeiten mit der Comicfigur Mad Hatter (Der Hutmacher) oder Willy Wonka aus dem Fantasyfilm «Charlie und die Schokoladenfabrik» zu. So habe er aber wenigstens eine Portion Schrägheit und Exzentrik in die Mainstream-TV-Show gebracht.

Immerhin «arbeitet Lanz hart»

Den neuen Moderator Lanz beschreibt Kulish als immerhin «hart arbeitend», weil er sich nicht zu schade sei, in der Show mit Männern zu tanzen oder sich von einem Wrestler bespringen zu lassen. Kulish erinnert auch an jene Szene aus der November-Show, in der US-Schauspieler Tom Hanks, mit einer Katzenmütze auf dem Kopf, Lanz bei einem Kartoffelsackrennen beobachtete – und dabei «elend» ausgesehen habe. Hanks hatte nach der Sendung mit der Aussage für Aufregung gesorgt, dass in den USA «der Verantwortliche für diese Sendung gefeuert worden wäre».

Dass Washington überhaupt in «Wetten, dass...?» aufgetreten ist, findet Kulish trotz allem nachvollziehbar: «Er hatte einen neuen Film zu promoten, und es gibt kaum einen Ort in Deutschland, der sich dafür besser eignet als diese Show.»

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