«Benissimo» wird eingestellt

Eine Ära der Schweizer Samstagabend-Unterhaltung geht zu Ende: Die SRF-Macher streichen die Show von Beni Thurnheer ersatzlos aus dem Programm.

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103 Sendungen sind genug: Das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) nimmt Beni Thurnheers Samstagabendsendung «Benissimo» per Ende Jahr aus dem Programm. Ein Nachfolgeformat mit dem «Schnurri der Nation» ist nicht geplant.

Die Millionenziehungen, die bisher in «Benissimo» mit farbigen Kugeln vollzogen wurden, sind neu Bestandteil der Sendung «Happy Day». Gemäss SRF passe dies inhaltlich hervorragend zusammen.

«Quote ist nicht das Wichtigste»

«Benissimo» zählt zu den erfolgreichsten regelmässig ausgestrahlten Sendungen des Schweizer Fernsehens. Seit dem Start im Jahr 1992 wurde die Samstagabendshow von über 100 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern gesehen.

Die Entscheidung des Schweizer Fernsehens erstaunt insofern, als Benissimo noch immer hohe Einschaltquoten verzeichnet. «Die Quote ist nicht das wichtigste Merkmal, um solche Entscheidungen zu fällen», sagt dazu SRF-Unterhaltungschef Christoph Gebel gegenüber Blick.ch. Künftig setze das Schweizer Fernsehen verstärkt auf Events und weniger auf Showreihen.

Bereits im letzten Juli kündigte Gebel die Umwälzungen an. «Ich denke, dass die Zeit solcher Showreihen, die bloss vier-, fünfmal pro Jahr gesendet werden und 25 Jahre im Programm bleiben, am Ablaufen ist. Wir wollen am Samstagabend Highlights sehen», sagte er damals dem «Sonntag».

Das Ende von Thurnheers Show bedeutet auch das Ende der «Friends», jener Showtruppe, die seit Beginn mit Tanzeinlagen und Sketchen auf der «Benissimo»-Bühne stand. Wie ein SRF-Sprecher auf Anfrage sagte, werde dieses Engagement aufgelöst. Für die «Friends» gebe es beim SRF leider keine andere Einsatzmöglichkeit.

Beni bleibt dem SRF erhalten

Beni Thurnheer meint zum Ende seiner Show: «Jeder Moderator ist enttäuscht, wenn seine Sendung zu Ende geht. Das ist natürlich auch bei mir so.» Er habe aber Unterhaltungssendungen mit einem Millionenpublikum moderieren dürfen, was ihn stolz und glücklich mache. «Es muss aber niemand Mitleid mit mir haben. Ich bin weder frustriert noch verbittert.»

Eine neue Unterhaltungssendung mit ihm ist momentan nicht geplant. Thurnheer werde deswegen aber keinesfalls vom Bildschirm verschwinden, sagte eine SRF-Sprecherin auf Anfrage der sda. So werde er nach wie vor als Sportberichterstatter zu sehen sein.

lsch/kle

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