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Endlich ist es so weit: Die 20. Ausgabe der Museumsnacht findet statt

Am Freitag öffnen von 18 Uhr bis 2 Uhr die Museen in Basel ihre Türen. Die BaZ-Kulturredaktion empfiehlt vier besondere Veranstaltungen.

Die Basler Museen lockten an der letzten Museumsnacht 38 000 Besucher an.
Die Basler Museen lockten an der letzten Museumsnacht 38 000 Besucher an.
Flavia Schaub

Bereits zum 20. Mal findet am Freitag die Basler Museumsnacht statt. Die Besucher haben die Auswahl aus einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm und können zu nächtlichen Stunden in den Basler Museen verweilen.

Kleider für Digital Natives

Es gab Zeiten, da war ein Hut ein Hut und ein Handschuh ein Handschuh. Es gab aber auch Zeiten, und das waren meistens dieselben, da kam man ohne Zylinder nicht in die Oper, und so ein Samthandschuh war zum Ohrfeigen renitenter Untergebener durchaus praktisch. Kleider machen Leute zu Kindern ihrer Zeit, das verbindet, historisch gesehen, den römischen Patrizier mit dem preussischen Leutnant und mit dem Londoner Punk.

Lamentiere also niemand, dass jetzt die digitale Revolution die Dresscodes der Modebranche beeinflusst. Wenn sich heute schon Spitzensportler in Biotech-Textilien werfen, sind die Designer längst bei der Arbeit.

Das Haus der elektronischen Künste auf dem Dreispitz zeigt jetzt in der Ausstellung «Making Fashion Sense», wie radikal die neuen Technologien Mode verändern dürften. So stattet die Französin Clara Daguin Kleider mit Temperatursensoren aus, auf dass die Aura der Trägerin individuell leuchte. Und die Britin Carole Collet forscht an Pflanzen, deren Wurzeln Stoff produzieren, auf industriellem Level. Museumsnachtbesucher können im HeK aber auch schlicht ihre Handschuhe mit leitfähigem Garn besticken. So lässt sich das Handy bei Frost mit warmen Fingern nutzen. Ganz schön smart. (sr)

Haus der Elektronischen Künste

Die Kunst des Tierstopfens

Die Präparation von Tieren ist eine höchst aufwendige Arbeit, die grösste Präzision erfordert. Der eigentlichen Ausstopfung geht ein Abbalgen voraus, bei dem alle Innereien säuberlich entfernt werden müssen. Der Vorgang der Stopfung der leeren Felle wird auch Taxidermie genannt. Das Wort stammt aus dem Griechischen und heisst wörtlich übersetzt «Gestaltung der Haut». Die Taxidermie ist die Kunst der Haltbarmachung von Tierkörpern zu Studien-, Lehr- oder Dekorationszwecken.

Auch im Naturhistorischen Museum Basel kann man ausgestopfte beziehungsweise präparierte Tiere sehen. Anlässlich der Museumsnacht können Sie zudem live dabei sein, wenn ein ausgestopfter Wolf entsteht. Die Präparatoren werden den ganzen Abend über vorführen, was es für eine Präparation alles braucht und wie man vorgehen muss. Werden Sie Zeuge, wie aus einem Stück Fell ein ausgestopfter Wolf wird! (ere)

Naturhistorisches Museum

Unterirdisch im Pharmaziemuseum

Das Basler Pharmaziemuseum entstand vor knapp 100 Jahren als wissenschaftliches Kabinett

und beschäftigt sich heute mit der Geschichte von Heilmitteln und ihrer Herstellung. Wussten

Sie zum Beispiel, dass pulverisierten Mumien und verkohlten Eichhörnchen einst heilende Kräfte zugeschrieben wurden? Die umfangreiche Sammlung erlaubt einen Einblick in die Krankheitsvorstellungen verschiedener Zeitalter.

Zur Museumsnacht 2020 verwandelt sich das Museum in eine unterirdische Grotte, denn auch das Erdenreich lieferte in der Medizingeschichte eine Fülle an Heilmitteln: Manche sind inzwischen widerlegt – zum Beispiel sollten sich schwangere Frauen einen hohlen Stein, den sogenannten Adlerstein, an den Oberarm binden –, andere sind noch heute im Verkauf. An der Museumsnacht kann man hier seine eigene Handcreme herstellen, sich mit Gesichtsmasken aus Heilerden verwöhnen lassen und an verschiedenen Stationen im Hörsaal in die unterirdische Welt eintauchen. Danach werden an der Bar à Celsus im Innenhof Glühwein und Erdfrüchte angeboten. (rap)

Pharmaziemuseum

Ein Foto mit einem Regierungsrat

Eigentlich ist es alles andere als ein Museum - in ihm wird ausschliesslich politisiert und regiert. Und doch ist das Rathaus im Herzen der Stadt mit seinen Statuen, Reliefs, Holzschnitzereien, Wand- und Deckengemälden von musealem Charakter. Deshalb öffnet es an der Museumsnacht auch seine Türen. Von 18 bis 23 Uhr, zu jeder vollen Stunde, nimmt Sie der Grabmacherjoggi mit auf eine Tour durch das verwinkelte Haus, führt Sie über Treppen zu grossen Sälen und durch Gänge zu kleinen Zimmern, geht mit Ihnen hinab in den Hof und hinauf ins Turmzimmer. Politisieren aber darf man auch: Von 18 Uhr bis zur Geisterstunde um Mitternacht, zu jeder vollen Stunde, können Kinder ihre eigenen Beschlüsse verfassen und sie von einem der sieben Regierungsräte abstempeln lassen. Auch für Fotos steht ein Mitglied der Regierung bereit: Von 18.30 bis 00.30 Uhr posiert es stündlich mit den Besuchern für ein Erinnerungsfoto. Und schliesslich sind alle zu einem Polit-Quiz im Grossratssaal eingeladen: Parlamentarier präsentieren von 18.30 bis 23.30 Uhr stündlich Gruseliges, Kurioses sowie Ratsentscheide, ohne die Basel heute nicht Basel wäre. (hei)

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