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Donald Trump: «Die Show ist schrecklich, wirklich langweilig»

In diesem Jahr dürfte die Oscarverleihung vor allem wegen der politischen Statements brisant werden.

In diesem Jahr werden die Oscars eine besonders politische Note haben.
In diesem Jahr werden die Oscars eine besonders politische Note haben.

Der Musical-Film «La La Land» ist mit 14 Oscar-Nominationen Favorit bei den 89. Academy Awards, die am Sonntag in Los Angeles vergeben werden. Dass er sich in einigen Kategorien durchsetzt, gilt als sicher. Sehr spannend dürfte die eigentliche Preisverleihung deshalb nicht werden. Allenfalls wenn das mit acht Oscars nominierte Drama «Moonlight» bei den Akademiemitgliedern auf mehr Begeisterung stösst.

Gespannter wird das Millionen­publikum vor dem Fernsehen sein, wie politisch die erstmals vom US-Komiker und Talkmaster Jimmy Kimmel moderierte Oscar-Verleihung ist. Im vergangenen Jahr hatte die auffällig schwache Nominierung von schwarzen Schauspielern zu reden gegeben, jetzt wird der umstrittene neue Präsident Donald Trump wohl Zielscheibe von Reden und Parodien sein.

Trump selber hat sich in der Vergangenheit schon öfters über die Oscar-Verleihung lustig gemacht. «Show is terrible, really BORING», twitterte er vor zwei Jahren. Am Sonntag wird er mit Sicherheit nicht persönlich in Hollywood sein, und er dürfte die Show nicht einmal am Fernseher schauen. Trumps Pressesekretär liess verlauten, der Präsident und seine Gattin würden an diesem Abend einen Ball im Weissen Haus geben und hätten deshalb keine Zeit für andere Dinge – auch nicht für Hass-Tweets. Immerhin hatte Donald Trump die Golden Globes live mitverfolgt, denn nach der engagierten politischen Rede von Meryl Streep ­kanzelte er den Hollywoodstar als schlechte Schauspielerin ab.

Intoleranz nicht tolerieren

«Für mich war die Rede bei der Golden-Globe-Verleihung eine respektable Form, sich mit Trump auseinanderzusetzen», sagte der diesmal für zwei Oscars nominierte Denzel Washington in einem Interview mit Spiegel online.

Der Schriftsteller John Irving, der 2000 den Oscar für das beste Drehbuch gewann, forderte in einem vom Tages-Anzeiger veröffentlichten Plädoyer: «Hollywood muss heute noch stärker Partei ergreifen.» Intoleranz dürfe nicht toleriert werden. «Für die diesjährigen Oscar-Dankesreden gibt es hoffentlich keine Regeln – ausser vielleicht, was die Länge angeht», meint Irving.

Trump-Wähler schalten ab

Bei den Trump-Anhängern stossen kritische Töne gegen ihren Präsidenten jedoch auf taube Ohren. Eine Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel von ihnen den Fernseher einfach ausschaltet, wenn ein Schauspieler Trump angreift. Und auch sonst wollen viele Zuschauer einfach nur eine opulente Show sehen, für die neben den nominierten Stars auch Justin Timberlake, John Legend und Sting mit musikalischen Einlagen angekündigt sind. Bislang ist die Oscar-Woche auch völlig normal verlaufen. Bis Dienstagabend konnten die 5000 Academy-­Members ihre Stimmen schriftlich oder online abgeben. Nur zwei Mitarbeiter kennen die Resultate, die bis Sonntagabend streng gehütet werden. In der Zwischenzeit amüsieren sich die Nominierten an verschiedenen Partys, die sich bis zur eigentlichen Preisverleihung hinziehen.

Am Oscar-Tag gibt es dann mehrere Viewing-Partys, da nur gerade 2800 Personen im Dolby-Theater Platz finden. Eine willkommene Alternative ist die Benefiz-Gala von Sir Elton John zugunsten seiner Aids-Stiftung. Hier treffen sich ebenfalls gerne Stars und Sternchen, die zur Oscar-Verleihung nicht eingeladen worden sind.

Hinter den Kulissen

Die Show selber dauert rund vier Stunden und wird immer wieder durch Werbeblöcke unterbrochen. Für die Zuschauer im Saal eine willkommene Pause, um auf die Toilette zu gehen oder sich im Foyer am Buffet zu erfrischen. Nach der Preisverleihung geht es gleich nahtlos zum Governors Ball, wo der österreichische Starkoch Wolfgang Puck bereits zum 23. Mal die Gäste mit Leckereien wie Kobebeef-Burger verwöhnt. Derweil können sich die Sieger ihren Namen auf das goldene Männchen gravieren lassen. Sie dürfen sich aber nicht nur über ihren Oscar freuen sondern auch über den Goodie-Bag, den sie bekommen und der mehrere Zehntausend Dollar wert ist. Darin finden sich etwa ein Gutschein für eine Woche Luxusferien auf Hawaii oder teure Pflegeprodukte. Manche Stars ­lassen ihr Goodie-Bag aber liegen, weil sie dessen Wert versteuern müssen.

Richtig gefeiert wird dann auf den After-Show-Partys. Die weiblichen Stars ziehen sich dafür meistens nochmals um, da die Garderobe für den roten ­Teppich doch etwas zu kapriziös zum Tanzen ist. Und wer an die Vanity-Fair-Party eingeladen ist, kann sich nicht nur amüsieren, sondern sein Bild später in unzähligen People-Magazinen wieder finden. Rund um die Oscars herrscht eben ständig Showtime.

Pro Sieben überträgt die Academy Awards am frühen Montag ab 2.30 Uhr live.

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