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Wörter des Grauens

Güzin Kar über «Darmwohlbefinden» und «Sexyhäxli» – unter anderem.

Unsere Kolumnistin Güzin Kar. Bild: Keystone
Unsere Kolumnistin Güzin Kar. Bild: Keystone

Ja, ja, ich weiss, dass zurzeit Begriffe wie «postfaktisch», «Lügenpresse» oder «Hatespeech» Karriere machen und da und dort sogar als Wort des Jahres ein Krönchen aufgesetzt bekommen, aber ich habe noch an den alten zu nagen. Noch habe ich Ausdrücke wie «freie Wildbahn», «zeitnah», «bildungsferne Schicht», «Taskforce» und «Zeitfenster» nicht verdaut. Geschweige denn benutzt. Gern würde ich Freunden schreiben: «Ich freue mich, dir mitteilen zu können, dass ich nächsten Freitag über ein Zeitfenster von einer knappen Stunde verfüge, das ich gern für einen Networking-Apéro mit dir nutzen würde.» Aber Freunde heissen doch gar nicht mehr so, sondern «Bezugsnetz». Auch «Beziehungsarbeit» ist ein für mich verstörendes Wort. «Schatz, wollen wir heute etwas früher zu Bett gehen und dort Beziehungsarbeit leisten?» Nö, so ist es vermutlich nicht gemeint. Aber die grusligsten verbalen Horrorgestalten liefert noch immer die Werbung.

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